Schüsse im Restaurant: Tod wegen falscher Waffe
Aktualisiert

Schüsse im RestaurantTod wegen falscher Waffe

Eine Schiesserei im Krienser Restaurant Dany's forderte 2009 ein Todesopfer. Heute steht der Schütze vor Gericht.

von
Lena Berger
Im Restaurant Dany's fielen die Schüsse.

Im Restaurant Dany's fielen die Schüsse.

Eine Schreckschusspistole führte am Güdisdienstag 2009 zum Drama: Die beiden kosovarischen Brüder Arsim* und Behar K.*, betraten gegen Mitternacht das Restaurant Dany's in Kriens, um ihren Landsmann Dardan I.* zur Rede zu stellen. Zwei Tage zuvor war Behar K. unter anderem mit Dardan I. wegen angeblicher Drogenschulden von Arsim K. aneinandergeraten. «Wir gingen ins Dany's um diesen Leuten klar zu machen, dass sie mich aus dem Spiel lassen sollen», sagte Behar K. gestern vor dem Luzerner Kriminalgericht.

Schreckliches Ende

Die Einschüchterungsaktion nahm ein tragisches Ende: Als Arsim K. mit der Schreckschusspistole auftauchte und damit drohte, bekam Dardan I. derart Angst, dass er seinerseits eine Waffe zückte – allerdings eine echte. «Er wollte auf meinen Bruder schiessen. Da versuchte ich ihm mit dem Schlagstock die Waffe aus der Hand zu schlagen», so Behar K. Im Glauben, er werde mit einer echten Waffe bedroht und Behar K. wolle ihn mit dem Schlagstock töten, schoss Dardan I. auf die Brüder und flüchtete danach. Arsim K. verblutete kurz darauf, Behar K. blieb mit einer gefährlichen Schussverletzung liegen.

Notwehr gefordert

Der Bruder, der überlebte, musste sich gestern für seinen Schlagstockangriff wegen versuchter schwerer Körperverletzung verantworten. Die Staatsanwaltschaft forderte 22 Monate Freiheitsstrafe bedingt. Dardan I. steht heute vor Gericht – er soll wegen versuchter Tötung von Behar K. zu 2.25 Jahren Gefängnis verurteilt werden. Für die Tötung von Arsim K. will die Anklage hingegen einen Freispruch – angesichts der Schreckschusspistole habe er aus Notwehr gehandelt. Die Urteile stehen noch aus.

*Namen der Redaktion geändert

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