Todes-Käse-Epidemie eingedämmt
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Todes-Käse-Epidemie eingedämmt

Die Listeriose-Epidemie im Kanton Neuenburg scheint eingedämmt. Am Dienstag wurden laut den Gesundheitsbehörden keine neuen Krankheitsfälle bekannt.

Das Resultat der Untersuchung der Weichkäserei, die als Ursprung der Erkrankungen gilt, soll kommenden Donnerstag vorliegen.

An der von Neuenburger Tommes stammenden Listeriose sind, wie berichtet, bisher zwei Menschen gestorben. Zudem gab es zwei Fehlgeburten. Neue Erkrankungen gab es bisher nicht, weder im Kanton Neuenburg noch im Rest der Schweiz, wie es an einer Medienkonferenz hiess. Mehrere der insgesamt zehn hospitalisierten Personen befanden sich am Dienstag noch im Spital, darunter auch eine Frau, die eine Fehlgeburt erlitten hatten.

Entwarnung gaben die Neuenburger Behörden vorerst nicht: Wegen der langen Inkubationszeit könnten weitere Listeriose-Erkrankungen auftreten. Zudem sei es schwierig, die genaue Herkunft der Kontamination herauszufinden, sagte Kantonsärztin Daphne Berner vor den Medien. Die Lebensmittel untersucht und die Erkrankten über ihre Ernährung in den vergangenen drei Wochen befragt werden. Der Kantonschemiker erwartet die Analyseresultate der Tommes aus dem Val-de-Travers am kommenden Donnerstag. Der Weichkäse wurde aus dem Verkauf genommen.

Die Käserei, die den Tomme herstellte, der vom Kantonschemiker als Ursprung der Epidemie vermutet wird, hat die Produktion inzwischen eingestellt. Sie lieferte bisher wöchentlich 4.000 bis 5.000 Stück aus, davon zwei Drittel an die Migros. Der jurassische Kantonschemiker forderte die Bevölkerung auf, auf den Genuss von Neuenburger Tomme zu verzichten.

Inzwischen warnte das Bundesamt für Gesundheit wegen der Listeriose-Fälle vor einer Hysterie. Epidemien seien selten, und Probleme verursachten die Bakterien meistens nur bei Risikopersonen. Diese sollten deshalb auf gewisse Lebensmittel verzichten.

Die Käseorganisation Schweiz (KOS) reagierte betroffen auf die Listeriose-Fälle. Mit dem Rückzug der verdächtigen Tommes aus dem Verkauf, der Information der Bevölkerung und dem Produktionsstopp sei die mögliche Ursache für Listeriose-Erkrankungen beseitigt. Die übrigen Tomme- und andere Weichkäsesorten könnten bedenkenlos konsumiert werden. Die KOS hob hervor, Käse werde regelmässig auf Listerien kontrolliert. So würden die Betriebe im Kanton Neuenburg vom Milchwirtschaftlichen Inspektions- und Beratungsdienst Grangeneuve-Posieux zwei bis drei Mal jährlich genau kontrolliert. (dapd)

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