Aktualisiert 01.03.2008 17:59

Todesdrohungen gegen Taliban-Töter Harry

Selbsternannte Unterstützer der Al Kaida haben im Internet Todesdrohungen gegen den britischen Prinzen Harry veröffentlicht. Die dürften indes im Sande verlaufen: Der Promi-Soldat ist längst aus dem Schussfeld. Vielleicht werden sie sich aber an Prinz William rächen - denn der will jetzt auch in den Kampf ziehen.

Anhänger der radikalislamischen Taliban schäumen, nachdem bekannt geworden ist, dass der britische Royal für den Tod mehrerer Kämpfer verantwortlich ist.

Die Taliban mögen ihn fassen und töten, schrieb ein anonymer Internetnutzer auf einer radikalislamischen Webseite. Ein anderer Nutzer, der sich selbst «Terror» nannte, schlug vor, Harrys Ermordung zu filmen, um das Video anschliessend zu verbreiten.

Harry als Zielscheibe?

Harry war sich der Gefahr, die er auf sich nahm, wohl bewusst. In einem Interview aus der vergangenen Woche, das ursprünglich jedoch erst nach seiner Rückkehr veröffentlicht werden sollte, sagte er, nach der Heimkehr könnte er zu einem herausragendes Ziel islamischer Terroristen werden. «Wenn das mal rauskommt, dann wird jede einzelne Person, die sie (die Taliban) unterstützt, mich aufschlitzen wollen», sagte Harry.

Die Gelegenheit, um sich am Prinzen zu rächen ist allerdings bereits verstrichen. Nach seinem zehnwöchigen Afghanistan-Einsatz ist Harry am Samstag in der Heimat gelandet. Die Maschine mit dem 23-Jährigen setzte um 12.30 Uhr auf einem Stützpunkt der Luftwaffe westlich von London auf.

Stolzer Prinz Charles

Sein Vater Prinz Charles sagte, er sei «enorm stolz» und «sehr erleichtert», dass sein jüngster Sohn zurück sei. «Wie Sie sich vorstellen können, ist es eine grosse Erleichterung, dass er in einem Stück wieder zu Hause ist.» Neben Charles war auch Harrys älterer Bruder William am Flughafen.

Der Dritte in der britischen Thronfolge war vorzeitig von Kandahar ausgeflogen worden, weil Berichte über seine geheime Mission an die Öffentlichkeit gelangt waren. Durch die internationale Berichterstattung sei die Sicherheit des Prinzen und seiner Kameraden gefährdet, hiess es. Prinz Harry war an der Front in der südafghanischen Provinz Helmand im Einsatz und kämpfte gegen die radikal-islamischen Taliban.

Queen lobt ihren Enkel

Ursprünglich sollte er rund vier Monate bleiben. Prinz Harrys Grossmutter, Königin Elizabeth II., sagte, ihr Enkel habe «gute Arbeit in einem sehr schwierigen Umfeld geleistet». Premierminister Gordon Brown erklärte, das Land schulde dem Prinzen grosse Dankbarkeit. «Sicherheitsbedenken kommen aber zuerst.»

Für den 23-jährigen Unterleutnant im «Blues and Royals»-Regiment der Garde-Kavallerie ist der Abzug aus Afghanistan eine herbe Enttäuschung. Bereits 2007 war sein geplanter Irak-Einsatz in letzter Minute aus Sicherheitsgründen geplatzt. Damals hatte er frustriert gedroht, die Armee zu verlassen.

Zieht William in den Krieg?

Derweil kamen Spekulationen auf, dass Harrys 25-jähriger Bruder William, der künftige König von Grossbritannien, auch zum Kampfeinsatz wolle. Sein Bruder sei «eifersüchtig» auf ihn gewesen, sagte Harry in einem Interview vor dem Abzug. William «würde liebend gerne» zu einem ähnlichen Einsatz geschickt werden.

Video: Harry zurück aus Afghanistan

$$VIDEO$$ (sda)

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