Argentinien: «Todesengel» Astiz wird nicht ausgeliefert
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Argentinien«Todesengel» Astiz wird nicht ausgeliefert

Die argentinische Justiz hat eine Auslieferung früheren Junta-Offiziers Alfredo Astiz nach Frankreich abgelehnt.

Ein Richter begründete die Entscheidung mit dem im Dezember eröffneten Prozess gegen den als «Todesengel» berüchtigten Astiz, wie am Freitag aus Justizkreisen verlautete.

Ihm wird vorgeworfen, während der argentinischen Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983 an der Verschleppung und Ermordung zweier französischer Nonnen und dutzender Oppositioneller beteiligt gewesen zu sein.

In Frankreich wurde der heute 58-Jährige 1990 in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Argentinien hatte in der Vergangenheit bereits drei Auslieferungsgesuche Frankreichs abgelehnt.

Zur Zeit der Militärdiktatur war Astiz in der Marineingenieursschule ESMA in Buenos Aires tätig - einem der Folterzentren der Junta, das als Symbol für die Gewalt in die Geschichte einging.

Dort sollen rund 5000 Menschen misshandelt worden sein. Insgesamt wurden nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen bis zu 30.000 Menschen während der argentinischen Militärdiktatur gefoltert, ermordet oder verschwanden spurlos.

(sda)

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