Todeskälte kommt näher
Aktualisiert

Todeskälte kommt näher

Die tödliche Kälte in Russland dehnt sich immer weiter nach Westen aus. Aus Polen wurden am Wochenende bereits fünf Kältetote gemeldet, auch in Estland und Moldawien gab es mehrere Opfer.

Die arktischen Temperaturen trieben auch die Zahl der Toten in Russland weiter in die Höhe. Bis zum Samstag waren allein in Moskau schon mehr als 20 registriert, landesweit waren es 40. Die tatsächliche Zahl dürfte aber weitaus höher liegen.

Im Osten Polens sackte das Thermometer in der Nacht auf Werte bis minus 28 Grad ab. Im Laufe des Sonntags wurden dann bis minus 18 Grad gemessen. Am stärksten betroffen von der eisigen Kälte war die Region an der Grenze zu Weissrussland. Von dort wurden fünf Todesfälle gemeldet.

Ein 80-jähriger Mann erfror nach Rundfunkberichten in seinem Haus nahe Elk. Die anderen vier Menschen fielen nach Berichten der Nachrichtenagentur PAP in der Stadt Podlaskie der Kälte zum Opfer, nachdem sie Alkohol getrunken hatten.

Fast 2.000 Haushalte mussten zeitweise ohne Strom auskommen. Im ganzen Land behinderten Schnee und Kälte den Bahn- und Strassenverkehr. In Ostrowiec Swietokrzyski stürzte offenbar durch die Last des Schnees ein Dach ein, zwei Menschen wurden getötet. Ministerpräsident Kazimierz Marcinkiewicz kündigte 600.000 Zloty (155.000 Euro) Notfallhilfe für Obdachlosenunterkünfte und Sozialdienste an. «Wir müssen reagieren, damit die Menschen nicht erfrieren», sagte er.

Im verzweifelten Versuch, sich warm zu halten, greifen in Russland zahlreiche Menschen auf Gasbrenner und Elektro-Öfen zurück. Bei der Explosion von Gaskanistern wurden am Wochenende in Gus-Chrustalny östlich von Moskau eine Person getötet und mehrere verletzt, aus Jekaterinburg meldeten die Behörden neun Verletzte. (dapd)

Deine Meinung