Aktualisiert 20.04.2007 15:41

Todesraser verurteilt

Der Verurteilte veranstaltete im April 2006 mit einem Freund zwischen Bazenheid und Müselbach ein nächtliches Autorennen - mit fatalen Folgen.

Der 19-jährige Freund prallte in einen Baum und erlag später im Spital seinen Verletzungen. Sein Beifahrer wurde verletzt.

Das Kreisgericht Wil hat den 22- Jährigen der fahrlässigen Tötung befunden. Es folgte in seinem Urteil der Staatanwaltschaft, die eine bedingte Gefängnisstrafe von 18 Monaten und eine Busse von 1000 Franken gefordert hatte.

Der heute 22-jährige Mann hatte seinen Bruder bei sich im Auto, war ohne Führerausweis und mit dem Auto seines Vaters unterwegs. Weil er dem von seinem Konkurrenten vorgelegten Tempo nicht gewachsen war, machte er mit Lichthumpen klar, dass er das Rennen abbrechen wolle. Der Freund raste weiter und es kam zum Unfall.

Zwar blieb der Mann auf der Unfallstelle, seinen 17-jährigen Bruder schickte er mit dem Auto aber wieder nach Hause. Der Polizei gab er an, auf einem Spaziergang zufällig an der Unfallstelle vorbeigekommen zu sein.

Keine eventualvorsätzliche Tötung

Das Bezirksgericht Wil befand darum neben fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung, grober Verkehrsregelverletzung und wegen der Falschaussage auch auf Führerflucht. Das Gericht sprach die Gefängnissstrafe von 18 Monaten auf eine Probezeit von drei Jahren aus. Weit höher ausgefallen wäre die Strafe, wenn das Gericht auf eventualvorsätzliche Tötung entschieden hätte.

«Road Cross», eine Organisation für «Unfallprävention und- Bewältigung» kritisiert in einer Medienmitteilung vom Freitag diesen Entscheid. Solche Rennen seien nicht nur als grobfahrlässig, sondern als Gefährdung von Leib und Leben anderer und als eventualvorsätzliche Tat zu beurteilen.

(sda)

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