Wegen Rückfallgefahr: Todesschütze bleibt weitere fünf Jahre in Haft
Aktualisiert

Wegen RückfallgefahrTodesschütze bleibt weitere fünf Jahre in Haft

Der Mann, der 2002 an der Zürcher Langstrasse ein Liebespaar erschossen und dafür 17 Jahre kassiert hat, wird nicht frühzeitig entlassen. Das hat das Bundesgericht entschieden.

von
hvw
In der Zürcher Langstrasse erschoss J.B.* 2002 einen Italiener und seine Freundin mit 14 Kugeln.

In der Zürcher Langstrasse erschoss J.B.* 2002 einen Italiener und seine Freundin mit 14 Kugeln.

Der langjährige drogenabhängige J.B.* hatte 2002 im Treppenhaus oberhalb der Lugano-Bar in Zürich einen damals 34-jährigen Italiener und dessen 31-jährige Freundin getötet. Dafür erhielt er eine Haftstrafe von 17 Jahren – und diese muss er in vollem Ausmass absitzen. Das hat das Bundesgericht bekräftigt, wie der «Zürcher Unterländer» am Montag schreibt.

Normalerweise werden Gefangene bei guter Führung nach zwei Dritteln ihrer Haftstrafe entlassen. Nicht so J.B.: Er habe zwar auf harte Drogen verzichtet und sich «insgesamt positiv» verhalten, auf Therapien und Sozialkompetenztrainings habe er aber verzichtet. Zudem konsumiere er weiterhin Cannabis. Weiter geht das oberste Gericht von einer Rückfallgefahr aus, was weitere Tötungsdelikte betrifft. Daher bleibt der Todesschütze weitere fünf Jahre in Haft.

14 Kugeln für eine Ohrfeige

Die Gewalttat hatte wegen ihrer Brutalität landesweit für Aufsehen gesorgt. J.B. war frisch in eine Wohnung an der Langstrasse 108 oberhalb der Lugano-Bar eingezogen. Im Haus begegnete er seinem späteren Opfer, dem Italiener M.*, den er fragte, ob er Mieter sei. Als Antwort sei er geschlagen worden, sagte J.B. 2004 vor Gericht aus. Zwei Tage später habe eine Ex-Freundin von J.B. versehentlich an die Tür des Italieners geklopft und sei von diesem ebenfalls geschlagen worden.

Dann drehte J.B. durch: In seiner Wohnung holte er eine 9-mm-Pistole und stürmte wutentbrannt auf M. zu. Dieser attackierte J.B., worauf er seine Waffe zog und einen Schuss abgab. Daraufhin sprang ihn die Freundin des Italieners an. Er habe sie nur erschrecken wollen, sagte J.B. im Prozess. Stattdessen schoss er ihr in den Kopf. Den verletzten M. verfolgte er danach durch das Treppenhaus, wobei er immer wieder abdrückte. Zuletzt tötete er den Italiener mit einem Kopfschuss. Insgesamt feuerte J.B. 14 Kugeln ab.

* Namen der Redaktion bekannt

Deine Meinung