Todesschütze der Ego-Bar: Haaranalyse
Aktualisiert

Todesschütze der Ego-Bar: Haaranalyse

Der zuständige Staatsanwalt hat beim Todesschützen der Zürcher Ego-Bar vom vergangenen Dezember eine Haaranalyse angeordnet. Die Untersuchung soll Aufschluss über einen möglichen Drogenkonsum des Täters vor der Tötung zweier Menschen geben.

Kurz nach seiner Verhaftung hatte der Angeschuldigte bei Fragen der psychiatrischen Sachverständigen einen Alkohol-, Medikamenten- und Drogenkonsum vor der Tat ausdrücklich verneint. Nun macht er geltend, vor der Tat doch regelmässig erhebliche Mengen von Drogen, beziehungsweise Medikamente zu sich genommen zu haben, wie die Staatsanwaltschaft IV für Gewaltdelikte des Kantons Zürich schreibt. Zusätzliche Angaben dazu - wie auch solche im Zusammenhang mit anderen wesentlichen Punkten der Untersuchung - verweigere der Angeschuldigte weiterhin.

Da die Einnahme von Drogen und Medikamenten für die Beurteilung der Tat und insbesondere für das Strafmass von erheblicher Bedeutung ist, hat der zuständige Staatsanwalt Markus Oertle zusätzliche Abklärungen in Auftrag gegeben. Dazu gehört unter anderem die Analyse einer dem Angeschuldigten entnommene Haarprobe.

Die zusätzlichen Abklärungen haben zur Folge, dass der Abschluss der Untersuchung erheblich verzögert wird. Der ursprünglich genannte Termin von Ende vergangenen Jahres verschiebt sich nun auf den kommenden Sommer.

Die Bluttat hatte sich am vergangenen 16. Dezember ereignet. Der 44-jährige Italiener hatte eine 32-jährige Frau und einen 37-jährigen Mann in der Ego-Bar im Kreis 4 erschossen. Vor der Tat sei ihm gekündigt worden, dann habe er zu Hause eine Waffe geholt. Als Tatmotiv stünde diese Kündigung im Vordergrund. Doch seien nach dieser ersten Einvernahme noch viele Fragen bezüglich des Tathergangs und der Täter-Opfer-Beziehung offen. Im Zürcher Handelsregister ist die Frau des Täters als Geschäftsführerin der Ego Bar GmbH eingetragen. Die aus Polen stammende erschossene Frau war mit 20.000 Franken beteiligt. (dapd)

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