Massenschiesserei in Kalifornien - Todesschütze kündigte Attentat vor Jahren gegenüber seiner Frau an
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Massenschiesserei in KalifornienTodesschütze kündigte Attentat vor Jahren gegenüber seiner Frau an

Schon Jahre vor der Tat in San Jose hatte der Verdächtige seiner damaligen Frau gesagt, er wolle seine Arbeitskollegen bei einem Nahverkehrsbetrieb in Kalifornien umbringen. Der Ruf nach schärferen Waffengesetzen wird laut.

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Ein Angestellter eines Nahverkehrsbetriebs in San Jose eröffnete das Feuer und tötete neun Menschen und sich selbst. 

Ein Angestellter eines Nahverkehrsbetriebs in San Jose eröffnete das Feuer und tötete neun Menschen und sich selbst.

REUTERS/Peter DaSilva
Die Tat hatte der Attentäter bereits vor Jahren seiner Frau angekündigt. 

Die Tat hatte der Attentäter bereits vor Jahren seiner Frau angekündigt.

REUTERS/Peter DaSilva
Zu den Schüssen ist es am Mittwoch um 6.30 Uhr morgens gekommen.

Zu den Schüssen ist es am Mittwoch um 6.30 Uhr morgens gekommen.

REUTERS/Peter DaSilva

Darum gehts

  • Ein Angestellter hat auf einem kalifornischen Bahngelände das Feuer eröffnet.

  • Er tötete neun Menschen, bevor er sich das Leben nahm.

  • Die Tat hatte er bereits vor Jahren seiner damaligen Frau angekündigt.

Ein Mann hat an seinem Arbeitsplatz in Kalifornien das Feuer eröffnet und neun Menschen erschossen. Als die Polizei auf dem Bahngelände in San Jose eintraf, habe sich der 57-jährige Tatverdächtige selbst getötet, teilte Polizeichefin Laurie Smith mit. Das Tatmotiv war zunächst unklar, seine Exfrau sagte der Nachrichtenagentur AP aber, der Mann habe ihr schon vor mehr als zehn Jahren gesagt, dass er seine Arbeitskollegen umbringen wolle. «Aber ich habe ihm das nie geglaubt und es ist nie passiert – bis jetzt», sagte Cecilia Nelms.

Bei dem mutmasslichen Schützen handelte es sich um einen Angestellten des Nahverkehrsbetriebs Valley Transportation Authority, der im Silicon Valley und Umland Stadtbahnen und Busse betreibt, wie ein Sprecher der Sheriffbehörde von Santa Clara County sagte.

Die Opfer im Alter zwischen 29 und 63 Jahren waren Zugführer, Mechaniker oder andere Angestellte. Viele von ihnen hatten seit Jahren für das Unternehmen gearbeitet. Ein schwer verletzter 49-Jähriger wurde am Donnerstag ebenfalls für tot erklärt, wodurch die Zahl der Toten – ohne den Täter – auf neun stieg.

Die Schüsse fielen am Mittwoch gegen 6.30 Uhr morgens (Ortszeit) in zwei Gebäuden einer Bahneinrichtung der Firma, die sich unmittelbar neben dem Sheriff-Büro befindet. Auf dem Gelände werden Züge geparkt und gewartet.

«Ich bin nur noch um mein Leben gerannt»

Die Mechanikerin Rochelle Hawkins sagte, sie habe das Telefon fallen gelassen, als sie die Schüsse gehört habe, und sei davon gestürmt. «Ich bin nur noch um mein Leben gerannt», sagte sie.

Die Behörden untersuchten auch einen Brand im Haus des mutmasslichen Schützen, der kurz vor den Schüssen ausgebrochen war, wie der Sprecher des Sheriffbüros, Russell Davis, sagte. Möglicherweise habe er dort einen Brandsatz mit Zeitzünder ausgelöst. Ein benachbartes Haus sei ebenfalls in Flammen aufgegangen.

Gouverneur Gavin Newsom liess die Flaggen an seinem Amtssitz auf halbmast setzen und sagte nach einem Besuch am Tatort: «Das wirft die verdammte Frage auf: Was zum Teufel ist in den Vereinigten Staaten los?»

Präsident Joe Biden liess auch die Flaggen am Weissen Haus auf halbmast setzen und forderte den US-Kongress auf, ein Gesetz gegen Schusswaffengewalt einzuführen. «Wir können und wir müssen mehr tun», teilte er mit.

15. Schiesserei dieses Jahr mit vier Todesopfern oder mehr

In diesem Jahr haben Massentötungen, bei denen mindestens vier Menschen ohne Zählung des mutmasslichen Schützen getötet wurden, in den USA stark zugenommen. Einer Zählung der Nachrichtenagentur AP, der Zeitung «USA Today» und der Northeastern University zufolge war die Tat in San Jose die 15. Massentötung mit Schusswaffen 2021. Bei den Tötungen sind insgesamt 87 Menschen ums Leben gekommen. Im ganzen Jahr 2020 waren es bei Massentötungen in den USA 106.

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Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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(DPA/lub)

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