Aktualisiert 15.02.2018 14:22

Nikolas CruzTodesschütze von Florida kündigte seine Tat an

Der Amokläufer der Schule in Parkland, Florida, hat in den vergangenen Monaten beunruhigende Posts im Internet hinterlassen.

von
mlr
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Der mutmassliche Täter Nikolas Cruz wurde nach dem Amoklauf an der Schule in Parkland, Florida, in der nahen Stadt Coral Springs festgenommen.

Der mutmassliche Täter Nikolas Cruz wurde nach dem Amoklauf an der Schule in Parkland, Florida, in der nahen Stadt Coral Springs festgenommen.

Law Enforcement Agency Source
Auf einem inzwischen gelöschten Instagram-Profil soll Cruz US-Medien zufolge mit Waffen posiert haben.

Auf einem inzwischen gelöschten Instagram-Profil soll Cruz US-Medien zufolge mit Waffen posiert haben.

Instagram
Auch die Ermittler gaben an, es gebe es einige «sehr, sehr beunruhigende» Beiträge von Cruz im Netz.

Auch die Ermittler gaben an, es gebe es einige «sehr, sehr beunruhigende» Beiträge von Cruz im Netz.

Instagram

Nikolas Cruz, der Todesschütze von Florida, hat seine Tat offenbar angekündigt. Sheriff Scott Israel sagte, die Sicherheitsbehörden hätten bereits damit begonnen, seine Websites und Beiträge in sozialen Netzwerken zu untersuchen. Dabei gebe es einige «sehr, sehr beunruhigende» Beiträge.

Vor neun Monaten etwa soll der 19-Jährige unter ein Youtube-Video über den Amoklauf an der Texas University von 1966 geschrieben haben: «Ich werde tun, was er getan hat.» Das berichten die News-Portale «Inquisitr» und «RT», auf «Imgur» kursiert ein Screenshot des inzwischen gelöschten Kommentars. Ob es sich bei dem Kommentator «nikolas cruz» tatsächlich um den späteren Täter handelt, ist noch unklar.

Waffen auf Instagram

Zudem soll Cruz auf mindestens zwei inzwischen gelöschten Instagram-Profilen mit Schusswaffen und Messern posiert haben, wie etwa Heavy.com berichtet. Auf einem seiner Profil-Fotos ist sein Gesicht verhüllt und er trägt eine «Make America Great Again»-Kappe. Sein Profil-Name: «nikolas annihilator» – Nikolas, der Vernichter. Ein weiterer Benutzername lautete @nikolascruzmakarov, wobei Makarov der Name einer russischen Pistole ist.

Eine Serie von Waffenfotos auf einem seiner Instagram-Profile komplettiert Cruz mit dem Hinweis, Schiessen sei eine Art «Gruppentherapie» für ihn. Mehrfach äussert er zudem die Absicht, Waffen kaufen zu wollen. Die «New York Times» und Heavy.com haben Cruz' Instagram-Präsenz für echt befunden.

Adoptivmutter starb vor drei Monaten

Gemäss «Sun Sentinal» war Cruz, ebenso wie sein Bruder, adoptiert. Lynda und Roger Cruz sein ein «liebevolles älteres Paar» gewesen. Der Vater ist bereits seit einigen Jahren tot, die Mutter starb vor dreieinhalb Monaten im Alter von 68 Jahren. Nach ihrem Tod lebten die Brüder bei einem Freund der Familie.

Nachbarn und Bekannte beschreiben Cruz der «Times» zufolge als «gestörten Jungen», der damit prahlte, Tiere zu töten, und dessen Mutter seinetwegen mehrmals die Polizei rief. Cruz sei ein Einzelgänger gewesen, heisst es weiter, und habe nur wenige Freunde gehabt. Sein unberechenbares Verhalten und sein Hang zu Gewalt habe vielen Schülern Angst eingejagt.

Sheriff: «Bild des Grauens»

Bei der Schiesserei an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland im US-Bundesstaat Florida wurden mindestens 17 Personen getötet. Der 19-jähriger ehemalige Schüler habe mit einer halbautomatischen Waffe das Feuer eröffnet, sagte Sheriff Israel am Mittwoch. Er bestätigte auf Twitter den Namen des Täters.

Der Sheriff sprach von einem «Bild des Grauens». Der Tatverdächtige sei aus disziplinarischen Gründen der Schule verwiesen worden. Der mutmassliche Täter sei nach der Tat in der nahegelegenen Stadt Coral Springs ohne weitere Zwischenfälle festgenommen worden und werde wegen leichter Verletzungen in einem Spital behandelt.

Kein Unbekannter

129 Lehrer unterrichten an der Schule mehr als 3000 Schülerinnen und Schüler – von der 9. bis zur 12. Jahrgangsstufe. Der Schütze gehörte nicht mehr zu ihnen – er war schon zuvor wegen Disziplinlosigkeiten von der Schule geflogen. Schüler berichten der «Daily Mail» zufolge, er habe die Schule verlassen müssen, weil er sich mit dem neuen Freund seiner Ex-Freundin geprügelt hatte. Er soll sich der Ex-Freundin gegenüber auch gewalttätig verhalten haben; ein Lehrer gab an, Cruz habe ein Mädchen gestalkt.

Ob dieser Ausschluss ein Motiv für die Tat war, müssen erst die Vernehmungen ergeben. Ein Lehrer hatte zuvor Medienvertretern gesagt, der Junge sei als Sicherheitsrisiko angesehen worden und habe schon vor seiner Entlassung das Gelände nicht mit einem Rucksack betreten dürfen.

Der Täter habe grosse Mengen Munition bei sich gehabt. Nach Medienberichten benutzte er eine halbautomatische Waffe des Typs AR-15 - oder einen Nachbau dieses Modells. Diese Waffe wurde auch bei anderen Aufsehen erregenden Bluttaten benutzt, etwa im vergangenen Jahr in Las Vegas, als bei einem Massaker 59 Menschen starben. (mlr/sda)

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