Vier Tote 2013: «Todesstrecke» A8 soll sicherer werden
Aktualisiert

Vier Tote 2013«Todesstrecke» A8 soll sicherer werden

Nach mehreren schweren Unfällen auf der A8 in Obwalden will der Bund Sicherheitsmassnahmen rascher umsetzen als geplant. Im vergangenen Jahr verloren dort vier Menschen ihr Leben.

Noch 2014 sollen zwischen Alpnachstad und Sarnen-Süd ein durchgängiges Überholverbot gelten und provisorische Leitplanken installiert werden. Bis die Richtungstrennung umgesetzt ist, soll auf dem Streckenabschnitt vorübergehend das Tempo von heute 100 auf 80 gesenkt werden, wie das Bundesamt für Strassen (Astra) am Dienstag mitteilte.

Die Massnahmen überbrückten die Zeit bis zum Umbau des Streckenabschnitts auf eine Autostrasse mit Mittelleitplanken, heisst es in der Mitteilung weiter. Für den Umbau müsse die Strasse um rund drei Meter verbreitert werden. Die Projektierung sei in Arbeit, die Realisierung gegen 2020 vorgesehen.

Thema im Nationalrat

Am Montag hatte Bundesrätin Doris Leuthard in der Fragestunde des Nationalrats angekündigt, dass ein durchgehendes Überholverbot auf der heutigen Gegenverkehrsstrecke bereits im Herbst signalisiert werden solle. Ursprünglich hatte das Astra die Massnahmen erst für 2015 angekündigt. Für die Planung und Umsetzung der Mittelleitplanke seien gesetzliche Vorgaben und Verfahren einzuhalten, sagte Leuthard. Diese könnten nur bedingt beschleunigt werden.

Auf der im Gegenverkehr betriebenen Autostrasse A8 zwischen Sarnen und Alpnachstad ereignen sich immer wieder Unfälle mit Toten und Verletzten. Zuletzt kam es am 6. September zu zwei Frontalkollisionen am selben Tag. Dabei starb eine Frau. Fünf Personen wurden verletzt.

Nach mehreren schweren Unfällen hätten Vertreter des Astra und der Kantonspolizei Obwalden erneut eine Analyse der Sicherheit auf dem betroffenen Streckenabschnitt vorgenommen, schreibt das Bundesamt. Die Strasse weise keine grundsätzlichen Sicherheitsdefizite auf - Unfälle etwa wegen Unaufmerksamkeit könnten jedoch schwere Folgen nach sich ziehen, heisst es in der Mitteilung.

Immer wieder Frontalkollisionen

Letztes Jahr kamen auf dem rund sechs Kilometer langen Strassenabschnitt bei zwei Unfällen vier Menschen ums Leben. Zwischen Mai 2007 und November 2011 ereigneten sich gemäss Bundesamt für Strassen 23 Unfälle mit drei Todesopfern. Rund die Hälfte der Unfälle waren Kollisionen oder Beinahe-Crashes im Gegenverkehr.

Um Frontalkollisionen zu vermeiden, wurde in diesem Jahr zwischen Sarnen und Alpnachstad die Signalisation verbessert. Bei den Einfahrten wurden Richtungspfeiler am Boden angebracht. Die doppelten Sicherheitslinien wurden mit einer Rüttelmarkierung versehen.

(SDA)

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