Aktualisiert 05.09.2006 19:41

Todessturz eines 15-Jährigen: Schule zu Zahlung verurteilt

Am Skitag der Ortegaschule stürzte 2004 ein 15-Jähriger über eine Felswand in den Tod. Seine Gruppe war zum Zeitpunkt des Unfalls unbeaufsichtigt. Nun soll die Schule Genugtuung zahlen.

Am Skitag der Ortegaschule St.Gallen im Februar 2004 liessen die Lehrer die Schüler am Nachmittag unbeaufsichtigt fahren und setzten sich ins Restaurant. Derweil verlor ein Mitglied einer siebenköpfigen Schülergruppe einen Ski. Die Jugendlichen verliessen die Piste, um danach zu suchen. Sie fanden den Ski weit weg in unwegsamem Gelände.

Weil es schon spät war, beschlossen die Jugendlichen, querfeldein den Rückweg zur Piste zu suchen. Dabei rutschte ein Jugendlicher aus und konnte sich im letzten Augenblick auf einem Felsvorsprung festklammern. Ein 15-jähriger Snowboarder eilte zu Hilfe. Er rutschte aus und stürzte 70 Meter in die Tiefe. Er wurde tot geborgen.

Die Mutter des Schülers forderte gestern vor Gericht Genugtuung für den Tod ihres einzigen Kindes, weil die Schule ihre Obhuts- und Schutzpflicht verletzt habe.

Der Verteidiger der Schule bestritt dies: Die Schüler hätten die Anweisung gehabt, die Piste nicht zu verlassen. Die Schule treffe keine Schuld, es sei ja auch kein Strafverfahren eröffnet worden.

Das Gericht hielt eine Genugtuung dennoch für angemessen: Die Schule wurde zu einer Zahlung von 10000 Franken verurteilt.

(ann)

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