Aktualisiert 03.11.2014 11:11

NidwaldenTodesurteil für Schwäne empört den Tierschutz

Der Beschluss der Nidwaldner Regierung, Schwäne abzuschiessen, stösst auf Widerstand. Der Schweizerische Tierschutz spricht gar von einem «skandalösem Vorgehen».

von
Daniela Gigor
Gegen die geplanten Einzelabschüsse der Schwäne regt sich Widerstand.

Gegen die geplanten Einzelabschüsse der Schwäne regt sich Widerstand.

Rund 20 der etwa 40 Schwäne auf der Buochser und Ennetbürger Allmend sollen verschwinden. Dies hat die Nidwaldner Regierung nach Absprache mit dem Bundesamt für Umwelt beschlossen. Es ist von Einzelabschüssen die Rede. Die Schwäne sind bei den Bauern unbeliebt, weil sie Gras fressen und noch schlimmer, weil die Schwäne mit ihren grossen Geschäften das Gras verunreinigen. Dies gehe gar so weit, dass es den Kühen nicht mehr verfüttert werden könne.

Bauern sollen Wiesen einzäunen

Deutliche Worte findet Heinz Lienhard, Präsident des Schweizer Tierschutz STS: «Das Vorhaben, die Schwäne abzuschiessen, weil sie die Wiesen verkoten, ist skandalös.» Es sei viel mehr die Aufgabe der Bauern, die Tiere mit baulichen Massnahmen, wie etwa Zäunen, von den Wiesen fern zu halten. Für Aufwendungen würden Bauern schliesslich Direktzahlungen erhalten. «Man kann nicht alle Wildtiere abschiessen, nur weil sie stören», sagt Lienhard weiter.

Unternehmer kämpft für die Schwäne

Dass die Tiere geschossen werden sollen, bringt auch Unternehmer Thomas Bettermann aus Ennetbürgen auf die Palme: «Dieser Beschluss ist ein voreiliger Kniefall ohne Weitsicht.» Geht es nach Bettermann, möchte er die Problematik durch eine Art Geburtenkontrolle lösen. «Es gibt die Möglichkeit, die Eier zu stechen oder durch Eier aus Ton zu ersetzen. Dies ist ja bei keiner Vogelart einfacher als bei einem brütenden Schwan. Es geht aber gar nicht, die Tiere einfach zu schiessen», sagt Bettermann.

Der Unternehmer will sich nun mit all seinen Möglichkeiten zur Rettung der Schwäne einsetzen. Er ist gar bereit, betroffene Bauern aus seinem Privatvermögen zu entschädigen, wie die «Zentralschweiz am Sonntag» berichtete. Bettermann, der auch Jäger ist, geht davon aus, dass das Abschiessen von Schwänen die Population durcheinander bringen würde. Er würde sich freuen, wenn sich Gleichgesinnte für sein Anliegen einsetzen würden: «Diese Personen können mich gerne via Facebook kontaktieren und sie werden meine Unterstützung erhalten», sagt Bettermann weiter.

Karin Kayser-Frutschi, die zuständige Justiz- und Sicherheitsdirektorin im Kanton Nidwalden, war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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