Aktualisiert 06.02.2008 11:31

Todkranker Yukos-Angeklagter wird doch behandelt

Der Prozess gegen den an Aids und Krebs erkrankten früheren Vize-Chef des russischen Ölunternehmens Yukos, Wasili Alexanjan, ist ausgesetzt worden.

Das Verfahren wegen Unterschlagung und Geldwäsche werde wieder aufgenommen, wenn die Behandlung des 35-jährigen Managers abgeschlossen sei, sagte die zuständige Richterin Olga Nedelina am Mittwoch in Moskau. Der Prozess gegen Alexanjan, der seit 2006 in Haft sitzt, begann erst am Dienstag.

Der schwerkranke Angeklagte bemüht sich seit Monaten um eine Verlegung in ein ziviles Krankenhaus. Laut Nedelina soll er in einer Gefängnis-Einrichtung behandelt werden. Staatsanwalt Nikolaj Wlasow sagte jedoch, die letzte Entscheidung darüber liege bei den Gefängnisärzten.

Alexanjan war in dem zerschlagenen Yukos-Konzern Leiter der Rechtsabteilung und damit auch Verteidiger des früheren Konzern-Chefs Michail Chodorkowski. Der ehemalige Yukos-Magnat, der ebenfalls in Haft sitzt, trat jüngst aus Solidarität mit Alexanjan in den Hungerstreik.

Der Konzern, frühere Nummer eins der russischen Ölindustrie, war nach einem Streit um Steuerzahlungen 2005 faktisch zerschlagen und 2006 einem Konkursverwalter unterstellt worden.

Chodorkowski wurde bereits 2003 wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verhaftet und 2005 zu acht Jahren Haft verurteilt, die er in einem sibirischen Gefängnis absitzt. Beobachter vermuten hinter der Verurteilung Chodorkowskis politische Motive.

(sda)

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