Bürgerrechtler 1965 ermordet: Neue Beweise über 50 Jahre nach Mord an Malcolm X aufgetaucht
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Bürgerrechtler 1965 ermordetNeue Beweise über 50 Jahre nach Mord an Malcolm X aufgetaucht

Die Töchter des ermordeten Bürgerrechtlers fordern, dass der Fall ihres Vaters neu aufgerollt wird. Ein jüngst verstorbener Polizist beschuldigt in einem erst nach seinem Tod veröffentlichten Brief die New Yorker Polizei und das FBI.

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Qubiliah Shabazz, Ilyasah Shabazz and Gamilah Shabazz (v.l.) verlangen, dass der Mord an ihrem Vater Malcolm X neu aufgerollt wird. (20. Februar 2021)

Qubiliah Shabazz, Ilyasah Shabazz and Gamilah Shabazz (v.l.) verlangen, dass der Mord an ihrem Vater Malcolm X neu aufgerollt wird. (20. Februar 2021)

AFP
Reggie Wood, ein Verwandter des verstorbenen Polizisten Ray Wood, spricht an einer Pressekonferenz über die neuen Beweise. Im Hintergrund ist das Abbild von Malcolm X zu sehen. (20. Februar 2021)

Reggie Wood, ein Verwandter des verstorbenen Polizisten Ray Wood, spricht an einer Pressekonferenz über die neuen Beweise. Im Hintergrund ist das Abbild von Malcolm X zu sehen. (20. Februar 2021)

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Der neue Beweis: In einem Brief des verstorbenen Polizisten Ray Wood werden der New Yorker Polizei und dem FBI die Komplizenschaft bei dem Mord vorgeworfen. Die Brief durfte erst nach Woods Tod geöffnet werden. 

Der neue Beweis: In einem Brief des verstorbenen Polizisten Ray Wood werden der New Yorker Polizei und dem FBI die Komplizenschaft bei dem Mord vorgeworfen. Die Brief durfte erst nach Woods Tod geöffnet werden.

AFP

Die Töchter des 1965 ermordeten US-Bürgerrechtlers Malcolm X haben umfassende neue Ermittlungen zu dem Anschlag gefordert. Sie beriefen sich dabei am Wochenende auf neu aufgetauchtes Beweismaterial, das auf eine Verwicklung der New Yorker Polizei und der Bundespolizei FBI in den Anschlag hindeuten soll. Alle Belege zu dem Fall müssten «gründlich geprüft» werden, verlangte Ilyasah Shabazz, eine der sechs Töchter des Bürgerrechtlers, in einer Pressekonferenz.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in New York sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, eine neue Überprüfung des Mordfalls sei «im Gange». Das New Yorker FBI-Büro äusserte sich auf AFP-Anfrage nicht.

Kurz vor Rede erschossen

Malcolm X war am 21. Februar 1965 während eines Auftritts im New Yorker Stadtteil Harlem erschossen worden. Während der Pressekonferenz am Samstag wurde der Brief eines verstorbenen Polizisten verlesen, in dem er der New Yorker Polizei und dem FBI Komplizenschaft bei dem Mord anlastet. Der verstorbene Beamte Raymond Wood wollte, dass seine Aussagen zu dem Fall erst nach seinem Tod veröffentlicht werden.

Wood – ein Afroamerikaner – soll demnach als Undercover-Agent die beiden Leibwächter von Malcolm X in eine Falle gelockt haben. Die zwei Bodyguards waren wenige Tage vor dem Mord festgenommen worden. Bei seinem Auftritt in Harlem war der Bürgerrechtler dann ohne Leibwächter. Er wurde erschossen, als er gerade beginnen wollte, eine Rede zu halten.

Wegen des Anschlags wurden drei Männer zu lebenslanger Haft verurteilt. Einer von ihnen, Thomas Hagan, gestand die Tat, bezeichnete die beiden anderen Verurteilten aber als unschuldig. Hagan kam im Jahr 2010 auf freien Fuss, nachdem einem von ihm eingereichten Gnadengesuch stattgegeben worden war. Er war früher Mitglied der muslimischen Schwarzen-Bewegung Nation of Islam, zu deren Führungsmitgliedern Malcolm X gehört hatte. Einer der beiden anderen Verurteilten starb im Jahr 2009 im Gefängnis. Der dritte Verurteilte kam 1985 auf Bewährung frei.

(AFP)

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