Aktualisiert 17.03.2009 15:03

Des Schweizers Waffensammlung

Tödliche Kugelschreiber und Rakrohre

Die Schweizer sind bis an die Zähne bewaffnet. Bis vergangenen Donnerstag musste man nach dem neuen Waffengesetz verbotene Gegenstände bei der Polizei melden. Die Sammlung ist eindrücklich. Doch was macht Herr Schweizer eigentlich mit Panzerfäusten?

von
Joel Bedetti

Das Sturmgewehr, das hat der Nationalrat gestern beschlossen, bleibt im Schrank. Doch die Ordonnanzwaffen sind noch etwas vom Harmloseren, was sich in den Schränken und Schubladen der Schweizer verbirgt. Das seit Dezember geltende neue Waffengesetz ermöglicht einen kleinen Einblick in die Arsenale, die in Schweizer Haushalten lagern.

Einige Waffen werden nämlich neu unter ein Verbot gestellt, so beispielsweise Laserzielgeräte, Schalldämpfer und Maschinenpistolen. Wer solche Waffen bereits vorher besass, musste sie bis letzten Donnerstag bei der Polizei melden.

Grosse Dunkelziffer

Bei der Kantonspolizei Schwyz ist so eine eindrückliche und auch etwas erschreckende Sammlung zustandegekommen: 31 Maschinenpistolen und –gewehre, 16 Schalldämpfer, 3 Raketenrohre und Panzerfäuste, 3 Laserpointer, 6 Granatwerferaufsätze – und ein schiessender Kugelschreiber.

David Mynall, Sprecher der Kantonspolizei Schwyz, beruhigt: «Das sind alles Waffen von Sammlern.» Diese Leute seien professionell und würden ihre Waffen deshalb auch melden.

«Diese Leute bereiten uns keine Probleme», meint Mynall. Sie würden die Waffen nur begutachten und nicht benutzten.

Keine Verbrechen

Trotzdem sind es nicht nur pflichtbewusste Sammler, die zuhause Kriegsmaterial lagern. Die Dunkelziffer von verbotenen Waffen schätzt die Polizei hoch ein. «Wir gehen davon aus, dass nur ein kleiner Teil bei uns gemeldet wurde», schätzt David Mynall. In den vergangenen Jahren seien aber solche Waffen nie in Verbrechen verwickelt gewesen.

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