Tödlicher Badeunfall: Lehrerin freigesprochen
Aktualisiert

Tödlicher Badeunfall: Lehrerin freigesprochen

Die Lehrerin eines 2005 im Greifensee ertrunkenen Mädchens ist vom Bezirksgericht Uster vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden.

Die 48-Jährige habe ihre Aufsichtspflicht bei dem Schulausflug nicht verletzt. Das Gericht bestätigte am Mittwoch entsprechende Medienberichte. Die Staatsanwaltschaft hatte eine bedingte Gefängnisstrafe von zwei Monaten beantragt.

Schülerinnen und Schüler einer Fällander Klasse begaben sich am 28. Juni 2005 zu einem Badeausflug an den Greifensee. Eine 11-jährige Viertklässlerin, die gemäss Anklage auf einem aufblasbaren Krokodil unterwegs war, ertrank.

Die Staatsanwaltschaft warf der Lehrerin vor, sie habe einen für Nichtschwimmer ungeeigneten Platz zum Baden ausgesucht und die Schülerin zu wenig beaufsichtigt. Ferner habe sie mit einem aufblasbaren Krokodil ein gefährliches Spielzeug zugelassen.

Gemäss Verteidigung ist nicht erwiesen, dass das Kind mit dem Badespielgerät im Wasser war. Es könne auch sein, dass ein schwerer Herzfehler der Schülerin zum Tod geführt hat.

Das Gericht betonte anlässlich der Verhandlung vom Dienstag, das Institut für Rechtsmedizin (IRM) habe klar Ertrinken als Todesursache festgestellt. Es sei aber nicht nachweisbar, dass das Mädchen wegen des aufblasbaren Krokodils ertrunken ist. Die Tatsache, dass die Schulkinder überhaupt mit dem Spielzeug im Wasser waren, wurde jedoch als Sorgfaltspflichtverletzung gewertet.

Eine Aufsichtspflichtverletzung gemäss den Anträgen der Anklage könne der Lehrerin jedoch nicht vorgeworfen werden, befand das Gericht. Die Angeklagte habe die Badestelle überprüft. Zudem habe sie sich über das schwimmerische Können der Kinder beim Klassenlehrer und auch bei den Kindern selbst erkundigt.

(sda)

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