Deutschland: Tödlicher Sex
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Was in einem Internet-Chatroom begann, endete tödlich. Wegen gewaltsamer Sexualpraktiken und einer Überdosis Ecstasy verlor eine 44-jährige Frau ihr Leben.

Wegen tödlicher Sexualpraktiken mit einer bewusstlosen Frau muss ein 47-jähriger Mann aus dem badischen Bruchsal für neun Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Darmstadt verurteilte ihn am Mittwoch wegen sexuellen Missbrauchs mit Todesfolge und Abgabe von Drogen. Das Opfer, eine 44-jährige Frau aus Mühlheim am Main, starb im April 2008 an einer Überdosis Ecstasy sowie schwerwiegenden Verletzungen im Genitalbereich.

Der Angeklagte habe keine Beziehung gesucht, sondern die Frau lediglich benutzt, sagte der Vorsitzende Richter Volker Wagner in der Urteilsbegründung. Das Gericht verzichtete auf eine Verurteilung wegen Mordes und verwies darauf, dass sich der 47-Jährige und sein Opfer einvernehmlich zum gemeinsamen Sex und Konsumieren von Drogen getroffen hätten. Der Mann hatte die Frau über einen Chatroom im Internet kennen gelernt.

Opfer verliert Bewusstsein

Nach dem Ergebnis der Ermittlungen mischte der Angeklagte am Tattag Cola mit Ecstasy und gab es der 44-Jährigen zu trinken. Im Verlauf des Abends soll er der Frau auf diese Weise insgesamt 14 bis 15 Ecstasy-Tabletten verabreicht haben. Das Opfer verlor daraufhin das Bewusstsein. Dennoch setzte der Täter nach Überzeugung des Gerichts seine gewaltsamen Sexualpraktiken fort.

Die 44-Jährige starb schliesslich an der Überdosis Ecstasy und ihren schweren Verletzungen. Die Kammer billigte dem Angeklagten verminderte Schuldfähigkeit zu, weil dieser durch die Einnahme von Drogen enthemmt gewesen sei. Mit dem Urteil folgte das Gericht weitgehend den Forderungen der Staatsanwaltschaft.

Tochter verlangte lebenslänglich

Die Anklagebehörde hatte zehn Jahre Haft wegen versuchten Mordes, sexuellen Missbrauchs und Abgabe von Drogen gefordert. Dagegen hatte die Verteidigung eine fünfjährige Haftstrafe wegen eines Rauschgiftdelikts gefordert. Die Tochter der Toten, die vor Gericht als Nebenklägerin aufgetreten war, hatte für den Täter eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes verlangt. (dapd)

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