Tödlicher Streit in St. Gallen – erster Mittäter wird verurteilt

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Streit endet mit TodTödlicher Streit in St. Gallen – erster Mittäter wird verurteilt

Noch laufen die Ermittlungen im Zusammenhang mit einem Streit, der im September 2021 für R.B. tödlich endete. Ein Strafbefehl zeigt nun erstmals, wie es zur tödlichen Auseinandersetzung kam.

von
Leo Butie
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Der 20-jährige R.B. wurde bei einem Streit Ende September 2021 tödlich verletzt.

Der 20-jährige R.B. wurde bei einem Streit Ende September 2021 tödlich verletzt.

Privat
Davor hielten sich B., zwei Kollegen sowie deren Freundinnen in einem Vorgarten an der Bahnhofstrasse in St. Gallen auf. Einer der Männer stritt sich mit seiner Freundin. Hier mischte sich ein 29-jähriger Kosovare ein.

Davor hielten sich B., zwei Kollegen sowie deren Freundinnen in einem Vorgarten an der Bahnhofstrasse in St. Gallen auf. Einer der Männer stritt sich mit seiner Freundin. Hier mischte sich ein 29-jähriger Kosovare ein.

20Min/shz
Nach der Pöbelei entfernte er sich, kehrte daraufhin aber mit zwei Kollegen zurück. Es kam zum Streit zwischen den sechs Männern.

Nach der Pöbelei entfernte er sich, kehrte daraufhin aber mit zwei Kollegen zurück. Es kam zum Streit zwischen den sechs Männern.

20Min/shz

Darum gehts

  • Ende September starb ein 20-jähriger Mann, nachdem er bei einem Streit schwerst verletzt worden war.

  • Nun wurde ein 29-jähriger Kosovare per Strafbefehl verurteilt.

  • Er war am Streit beteiligt, ist aber nicht einer der Hauptbeschuldigten.

  • Weitere Verfahren sind bei der Staatsanwaltschaft noch pendent.

Ende September des letzten Jahres ereignete sich an der St. Galler Bahnhofstrasse ein tödlicher Streit. Der 20-jährige R.B.* wurde bei der Auseinandersetzung derart verletzt, dass er nach wenigen Tagen im Spital verstarb. «Er hat lange gekämpft», sagte sein Stiefvater damals zu 20 Minuten. Kurz danach wurden fünf Männer festgenommen, die zum Vorfall befragt wurden.

Einer der Beteiligten wurde nun per Strafbefehl verurteilt. Im Dokument wird erstmals öffentlich, was in dieser Nacht zwischen den Männern passierte. Der 29-jährige Kosovare ist nicht einer der Hauptbeschuldigten, war aber auch Teil des tödlichen Streits.

Massenschlägerei bricht aus

Drei Männer, darunter R.B., waren damals mit ihren Freundinnen unterwegs. Zum Zeitpunkt des Streits befand sich die Gruppe im Vorgarten einer Liegenschaft. Ein Wortgefecht brach zwischen einem der Männer und dessen Freundin aus. Hier schritt der Kosovare ein. Er und der streitende Mann pöbelten einander an, worauf sich der Kosovare entfernte, dann aber mit zwei Kollegen zurückkam.

So kam es zur Auseinandersetzung zwischen den sechs Männern. Der 29-Jährige traf einen seiner Kontrahenten mit einem Faustschlag ins Gesicht. 

Am Zaun schwerst verletzt

B., das spätere Opfer, flüchtete anschliessend in Richtung Gebüsch des Vorgartens und wurde von den beiden Kollegen des 29-Jährigen verfolgt. Laut Strafbefehl wurde er in den Zaun getrieben, der mit scharfen Spitzen versehen ist. Dort verletzte sich B. in der Leistenregion und verlor derart viel Blut, dass er wegen «Multiorganversagen» im Spital verstarb.

Der Kosovare, der einschlägig vorbestraft ist, wurde nun wegen Raufhandels und der versuchten einfachen Körperverletzung zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 80 Franken (4800 Franken) sowie einer Busse von 960 Franken verurteilt. Nebst der Busse muss er für Gebühren, die amtliche Verteidigung sowie besondere Auslagen aufkommen. Insgesamt muss er 6652 Franken für das Vergehen bezahlen.

Wann der Prozess gegen die weiteren Teilnehmer stattfinden wird, ist noch unklar. «Es sind mehrere Verfahren pendent», sagt Beatrice Giger, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft St. Gallen, zu 20 Minuten. Da es laufende Verfahren seien, werden keine weiteren Details bekannt gegeben. Gegen den Strafbefehl kann Einsprache erhoben werden. 

*Name der Redaktion bekannt.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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