Sterblichkeitsrate: Tödlicher Wirtschaftsboom
Aktualisiert

SterblichkeitsrateTödlicher Wirtschaftsboom

Eine neue Studie zeigt ein Paradoxon: Ausgerechnet wenn die Wirtschaft floriert, steigen die Sterblichkeitsraten. Doch die Ursachen sind gar nicht so unlogisch.

von
laf
Friedhof Sihlfeld in Zürich: In Boom-Zeiten kommt es zu mehr Todesfällen.

Friedhof Sihlfeld in Zürich: In Boom-Zeiten kommt es zu mehr Todesfällen.

Wenn es der Wirtschaft blendend geht, hat jeder genug Geld für gesundes Essen, Medikamente und medizinische Behandlungen. Die Menschen werden in der Folge immer älter. Diese eigentlich logisch klingende Argumentation ist so aber nicht richtig, haben niederländische Forscher nun herausgefunden.

Für einen Artikel in der Fachzeitschrift «Journal of Epidemiology and Community Health» untersuchten die Forscher der Universität Leiden Sterblichkeit und Wirtschaftswachstum in 19 Industriestaaten in den Jahren 1950 bis 2008. Dabei fanden sie heraus: Mit einem wachsenden Bruttoinlandprodukt geht auch ein Anstieg der Sterblichkeitsraten bei älteren Menschen und Menschen im mittleren Alter einher.

Die Forscher nennen auch mögliche Gründe für den Zusammenhang. Einerseits werde in solchen Zeiten härter und mehr gearbeitet. Das erhöhe das Stresslevel. Gleichzeitig haben die Jüngeren in solchen Zeiten weniger Musse, sich ausreichend um die Älteren zu kümmern – sowohl psychisch als auch physisch. Auch Umweltaspekte spielen eine Rolle. So steige bei erhöhter Wirtschaftsaktivität auch die Luftverschmutzung, erklären die Forscher. Und das wiederum schlage auf die Gesundheit.

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