Guinea - Tödliches Marburg-Virus erstmals in Westafrika nachgewiesen
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GuineaTödliches Marburg-Virus erstmals in Westafrika nachgewiesen

Der teuflischste Erreger der Welt ist erstmals im afrikanischen Guinea entdeckt worden: Das Marburg-Virus löst eine lebensbedrohliche Erkrankung aus, gegen die es weder eine Impfung noch Medikamente gibt.

von
Fee Anabelle Riebeling
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In Westafrika ist laut WHO erstmals ein Infektionsfall mit dem hochgefährlichen Marburg-Virus nachgewiesen worden.

In Westafrika ist laut WHO erstmals ein Infektionsfall mit dem hochgefährlichen Marburg-Virus nachgewiesen worden.

Wikimedia Commons/ University of Texas Medical Branch at Galveston/CC BY-SA 4.0
Der Fall sei in Guinea entdeckt worden, sagt die WHO-Regionaldirektorin Matshidiso Moeti. 

Der Fall sei in Guinea entdeckt worden, sagt die WHO-Regionaldirektorin Matshidiso Moeti.

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Erstmals nachgewiesen worden ist das Virus, das aus derselben Erregerfamilie wie das Ebola-Virus stammt, im August 1967. Damals erkrankten im deutschen Marburg innerhalb weniger Woche mehrere Menschen an einer mysteriösen Infektion. Betroffen waren vor allem Mitarbeiter eines Labors. (Im Bild: die Universitätskirche) 

Erstmals nachgewiesen worden ist das Virus, das aus derselben Erregerfamilie wie das Ebola-Virus stammt, im August 1967. Damals erkrankten im deutschen Marburg innerhalb weniger Woche mehrere Menschen an einer mysteriösen Infektion. Betroffen waren vor allem Mitarbeiter eines Labors. (Im Bild: die Universitätskirche)

Wikimedia Commons/Nikanos/CC BY-SA 2.5

Darum gehts

  • Im westafrikanischen Staat Guinea haben die Behörden einen Ausbruch des lebensgefährlichen Marburg-Fiebers bekanntgegeben.

  • Es handelt sich dabei um den ersten Fall überhaupt in Westafrika.

  • Gegen den Erreger hilft kein Medikament, auch einen Impfstoff gibt es nicht.

In Westafrika ist erstmals ein Infektionsfall mit dem hochgefährlichen Marburg-Virus (siehe Box) nachgewiesen worden . Die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Afrika, Matshidiso Moeti, erklärte am Montag, der Fall sei in Guinea entdeckt worden – weniger als zwei Monate, nachdem in dem Land ein Ebola-Ausbruch für beendet erklärt worden sei. Das Marburg-Virus, das ein hämorrhagisches Fieber auslösen kann, stammt aus derselben Erregerfamilie wie das Ebola-Virus.

Das Marburg-Virus, das als teuflischster Erreger der Welt gilt, habe das Potenzial, sich «weit zu verbreiten», sagte Moeti. Es müsse deshalb rasch gestoppt werden.

Darum heisst das Virus wie eine deutsche Stadt

Das Virus wurde erstmals 1967 im deutschen Marburg identifiziert. Dort wurden auf einmal immer mehr Menschen mit Symptomen, die zunächst einer Sommergrippe ähnelten, im Spital aufgenommen. Doch dann wurden die Krankheitszeiten immer diffuser und die Medizinerinnen und Mediziner erkannten, dass sie es mit einem gefährlichen und bislang unbekannten Feind zu tun haben. Noch dazu mit einem, der eine lange Reise hinter sich hat. «Dass ein Virus aus Afrika nach Deutschland eingeschleppt wird und dann hier Todesopfer fordert, war neu», sagt Stephan Becker, Virologe an der Universität Marburg. Für Versuche importierte Affen aus Uganda brachten ihn mit, und es waren insbesondere Labor-Beschäftigte, die sich infizierten.

Das Ganze hatte aber auch etwas Gutes: «Der Ausbruch war die Initialzündung für das Verständnis von solch hochpathogenen Viren», sagt Becker. «Das Problem dieser Infektionen ist, dass das menschliche Immunsystem nicht darauf vorbereitet ist. Es reagiert falsch.» Es könne diese Viren nicht interpretieren. «Dadurch reagiert das Immunsystem über. Das nennt man Zytokinsturm – es ist der Grund, warum Menschen daran sterben.»

Die ganze Entdeckungsgeschichte des Virus, erfährst du hier.

Sterblichkeit zwischen 24 und 88 Prozent

Nachgewiesen wurde das Virus den Angaben zufolge bei einem inzwischen gestorbenen Patienten in der Präfektur Guéckédou im Süden von Guinea. Ein Team aus zehn WHO-Experten sei bereits vor Ort, um die nationalen Gesundheitsbehörden bei Notfallmassnahmen zu unterstützen sowie weitere Tests in der Bevölkerung vorzunehmen. Auch die grenzüberschreitende Überwachung werde intensiviert, damit mögliche weitere Fälle rasch erkannt werden könnten. Die Nachbarstaaten Guineas seien in Alarmbereitschaft versetzt worden.

Drei Angehörige des Toten sowie ein Mitglied des medizinischen Personals wurden laut WHO als Hochrisikofälle identifiziert und ihr Gesundheitszustand wird überwacht. Ausserdem würden weitere Kontaktpersonen des Manns ermittelt und untersucht, wo sich der Mann angesteckt haben könnte. Die Regierung von Guinea sprach von insgesamt 155 Kontaktpersonen, die täglich überwacht würden. Seit Beginn der Untersuchungen am 4. August habe es keine Verdachtsfälle auf das Marburg-Virus mehr gegeben.

Das Marburg-Virus wird laut WHO durch Flughunde auf den Menschen übertragen. Die Mensch-zu-Mensch-Übertragung erfolgt unter anderem durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Infizierten, aber auch über Oberflächen. Zu den Symptomen des Marburg-Fiebers gehören hohes Fieber und starke Kopfschmerzen. Die Sterblichkeit liegt laut WHO zwischen 24 und 88 Prozent. Zugelassene Impfstoffe gegen das Marburg-Virus existieren bislang nicht. Im vergangenen Jahr war es in Guinea zu einem Ebola-Ausbruch gekommen, den die WHO Mitte Juni für beendet erklärte. Im Zusammenhang mit dem Ebola-Ausbruch starben in Guinea zwölf Menschen.

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Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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