Aktualisiert 23.10.2003 14:31

Tödliches Spiel mit dem Feuer

Bei einem Brand in Rorschacherberg (SG) ist ein 27-jähriger Mann tödlich verletzt worden. Ein zehnjähriger Knabe, der zunächst vermisst worden war, dürfte den Brand gelegt haben.

Der Knabe wurde wohlbehalten aufgefunden.

Das Feuer war gegen 08.00 Uhr von einer Patrouille der Kantonspolizei entdeckt worden, wie aus einer Mitteilung der St. Galler Kantonspolizei hervorgeht. Die Beamten drangen gewaltsam in das verschlossene Haus ein, konnten aber wegen extremer Rauch- und Hitzebelastung nicht in die oberen Stockwerke eindringen. Während sich die Wohnungsinhaberin der im ersten Stock gelegenen Wohnung unverletzt in Sicherheit bringen konnte, sprang ein 27-jähriger Mann noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr aus einem Fenster im dritten Stock. Neben Brandverletzungen zog er sich beim Sprung weitere schwere Verletzungen zu. Er wurde zunächst von den Rettungsdiensten und im St. Galler Kantonsspital betreut und später mit einem Helikopter der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) in ein anderes Spital geflogen. Er erlag im Laufe des Tages seinen Verletzungen.

Vermisst wurde nach dem Brand auch ein zehnjähriger Knabe. Zunächst stand lediglich fest, dass er gegen 07.30 Uhr zusammen mit seiner Mutter das Haus verlassen hatte, um in die Schule zu gehen. Dort sei er aber nie eingetroffen. Die Polizei befürchtete zunächst, dass er in das Haus zurückgegangen sei. Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten durchsuchten das Haus aber vergeblich nach dem Knaben. Der Knabe wurde schliesslich am Mittag in der Nähe seines Wohnortes wohlbehaltenn angetroffen. Gemäss ersten Erkenntnissen der Polizei war der Junge tatsächlich in die Wohnung zurückgekehrt. Dort dürfte er anschliessend in seinem Zimmer den Brand verursacht haben. Entsprechende Untersuchungen liefen, heisst es in der Polizeimitteilung.

Für den Löscheinsatz standen rund 60 Angehörige der Feuerwehr im Einsatz. Der Brand war laut ersten Erkenntnissen in der Wohnung im zweiten Stock ausgebrochen und hatte auf die darüber liegende Wohnung und den Dachstock übergriffen. Der Brand konnte zwar rasch unter Kontrolle gebracht werden. Laut ersten Schätzungen dürfte sich der Sachschaden aber auf mehrere 100.000 Franken belaufen. (dapd)

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