Aktualisiert 27.10.2009 17:11

AfghanistanTödlichster Monat für US-Soldaten

Acht Jahre nach Beginn des Einsatzes in Afghanistan verzeichnet die US-Armee im Oktober ihren bislang verlustreichsten Monat am Hindukusch. Allein am Dienstag wurden acht US-Soldaten getötet.

Bei einer Anschlagserie im Süden des Landes wurden nach Angaben der internationalen Schutztruppe ISAF am Dienstag acht US-Soldaten getötet. Unter den Opfern ist auch ein ziviler afghanischer ISAF- Mitarbeiter. Bei einer Anzahl von «komplexen Angriffen» mit selbstgebauten Sprengsätzen seien zudem mehrere Soldaten verletzt worden. Nähere Angaben machte die ISAF nicht.

Nach Angaben des unabhängigen Internetdienstes icasualties.org ist der Oktober mit bislang mindestens 53 Toten schon jetzt der verlustreichste Monat für die US-Truppen. Im August - dem Monat der von den Taliban bekämpften Präsidentschaftswahl - kamen demnach 51 US-Soldaten am Hindukusch ums Leben.

Taliban haben an Stärke gewonnen

Die Bemühungen der ausländischen Truppen, für politische Stabilität in Afghanistan zu sorgen, sind nach der umstrittenen Präsidentenwahl noch schwieriger geworden. Die Lage in Afghanistan ist sehr angespannt.

Aufgrund massiver Manipulationsvorwürfe und grossen internationalen Drucks stimmte Afghanistans Präsident Hamid Karsai einer Stichwahl am 7. November gegen seinen stärksten Herausforderer Abdullah Abdullah zu. Ein erfolgreicher Abschluss der Wahl gilt als entscheidend für eine Stabilisierung des Landes.

Zugleich war der Widerstand gegen die ausländischen Truppen seit dem Sturz der Taliban 2001 nie so stark wie derzeit. Es wird erwartet, dass US-Präsident Barack Obama nächstens über eine erneute Aufstockung der rund 68'000 US-Soldaten in Afghanistan entscheidet.

EU will Wiederaufbau vorantreiben

Die EU kündigte am Dienstag an, ihre Aufbauhilfe zu verstärken. Bei einem Treffen in Luxemburg nannten die EU-Aussenminister am Dienstag keine konkreten Zahlen, kündigten aber eine bessere Koordinierung der Hilfsmittel an. Derzeit unterstützen die EU und ihre Mitgliedsstaaten den zivilen Wiederaufbau Afghanistans jährlich mit fast einer Milliarde Euro.

Die EU will ein Netz europäischer Experten aufbauen, die kurzfristig nach Afghanistan entsandt werden können. Ausserdem will die Gemeinschaft sicherstellen, dass die seit langem geplante Zahl von Polizisten endlich tatsächlich zur Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte an den Hindukusch geschickt wird.

(sda)

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