Pilottest in Luzern: Töfffahrende nutzen Fauxpas und umgehen kostenpflichtige Parkplätze

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Pilottest in LuzernTöfffahrende nutzen Fauxpas und umgehen kostenpflichtige Parkplätze

Seit Januar werden zahlungspflichtige Töffparkplätze in Luzern getestet. Nun hat die Stadt ganz in der Nähe neue Parkfelder für Velos erstellt. Weil diese aber noch nicht beschildert sind, nutzen Töfffahrende die Gelegenheit und parkieren dort gratis.

von
Vanessa Federli
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Seit Januar 2022 werden zahlungspflichtige Töffparkplätze in der Luzerner Innenstadt getestet. So zahlen die Töfffahrerinnen und Töfffahrer für eine Stunde 60 Rappen.

Seit Januar 2022 werden zahlungspflichtige Töffparkplätze in der Luzerner Innenstadt getestet. So zahlen die Töfffahrerinnen und Töfffahrer für eine Stunde 60 Rappen.

20min/Gianni Walther
Die Gebühr wird am Löwengraben an einer digitalen Sammelparkuhr bezahlt, an der das Nummernschild des Töffs eingegeben werden muss. 

Die Gebühr wird am Löwengraben an einer digitalen Sammelparkuhr bezahlt, an der das Nummernschild des Töffs eingegeben werden muss. 

20min/Gianni Walther
Nun hat die Stadt nur knapp 50 Meter von den Motoparkplätzen entfernt neue Parkfelder für Velos und Mofas erstellt. Weil sie diese aber noch nicht beschildert hat, nutzen viele Töfffahrende die Gelegenheit für ein kostenloses Parkieren.

Nun hat die Stadt nur knapp 50 Meter von den Motoparkplätzen entfernt neue Parkfelder für Velos und Mofas erstellt. Weil sie diese aber noch nicht beschildert hat, nutzen viele Töfffahrende die Gelegenheit für ein kostenloses Parkieren.

20min/Gianni Walther

Darum gehts

  • Als erste Schweizer Stadt will Luzern Parkgebühren für Töffs erheben. Seit Januar läuft am Löwengraben ein Pilotprojekt mit gebührenpflichtigen Motoparkplätzen. Diese kosten 60 Rappen pro Stunde.

  • Viele Töfffahrerinnen und Töfffahrer umgehen jedoch die neuen Gebühren und parkieren ihre Töffs nur knapp 50 Meter weiter auf einem Parkfeld. 

  • Gebüsst aber können sie nicht werden, denn dieses Parkfeld, eigentlich für Velos und Mofas gedacht, ist bis anhin noch nicht beschildert.

  • Gemäss der Stadt Luzern sollen die Signalisation und Montage der Velopfosten bis Ende nächster Woche fertiggestellt werden.

Wieso bezahlen, wenn man gleich in der Nähe gratis parkieren kann? Dies denken sich wohl einige Töfffahrerinnen und Töfffahrer, die in der Luzerner Innenstadt parkieren möchten. Denn im Januar startete die Stadt ein Pilotprojekt, wobei kostenpflichtige Töffparkplätze am Löwengraben geschafft worden sind. So kostet es 60 Rappen, seinen Töff für eine Stunde lang abzustellen. Dieser Betrag wird zu jeder Tages- und Nachtzeit fällig. Die Krux: Knapp 50 Meter von den Motoparkplätzen entfernt sind kürzlich Parkfelder für Velos und Mofas erstellt worden. Diese nutzen viele, um ihre Töffs gratis abzustellen – denn beschildert sind die Parkfelder nicht. Die grossen Motoparkplätze stehen somit weitgehend leer.

Wie Markus Birrer von der Abteilung Mobilität der Stadt Luzern auf Anfrage mitteilt, wurden die Parkflächen markiert, jedoch konnten die Signale und die Velopfosten noch nicht baulich umgesetzt werden. Diese sollten aber bis Ende nächster Woche montiert werden. Dass auf den nicht beschilderten Parkfeldern vermehrt Motorräder zu sehen sind, davon habe die Stadt keine Kenntnis. 

Akzeptanz für die Gebühr ist laut Stadt da

Eine Umfrage von 20 Minuten im Mai 2021 zeigte, dass die Gebühren für Motoparkplätze bei Töfffahrerinnen und Töfffahrern nicht gut ankommt. Wie Birrer aber äussert, ist die Akzeptanz für die Gebühr da. Es fänden seit Juni durchschnittlich vier bis sechs bezahlte Parkierungsvorgänge pro Tag statt. Es sei jedoch zu früh für ein umfassendes Fazit des Pilotprojekts. Die monatelange Sanierung der Ufermauer beim St.-Karli-Quai im Frühjahr hatte zudem einen grossen Einfluss auf die Einführung der gebührenpflichtigen Motoparkplätze: Die Zufahrt für viele Töffs war blockiert. Aktuell sei deswegen keine Verlängerung des Pilottests vorgesehen.

Findest du es okay, dass die Töffs auf den nicht gekennzeichneten Parkfeldern parkiert werden?

Gemäss einer Mitteilung der Stadt im Januar kontrolliert die Luzerner Polizei das Parkieren von Motos in der Innenstadt während des Tests vermehrt. Es lässt sich nicht sagen, wie viele Bussen durch die Polizei im Rahmen der gesteigerten Kontrolle während des Projekts ausgestellt wurden. Diese führt keine separaten Statistiken zu einzelnen Ordnungsbussentatbeständen. Darauf, ob die Töffs auf diesen nicht beschilderten Parkfeldern toleriert oder die Fahrzeughalter gebüsst werden, antwortet die Kommunikationsstelle der Polizei folgendermassen: «Wir haben Kenntnis, dass an diesem Standort ein Parkfeld eingezeichnet wurde, wir wissen aber nicht, ob bei diesem Parkfeld die Signalisation so schon abgeschlossen worden ist oder ob noch weitere Signalisationen erfolgen. Entsprechend sind unsere Mitarbeitenden angehalten, mit allfälligen Bussen zurückhaltend zu sein.» 

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