Bezirksgericht Zürich : Töfffahrer rast und filmt sich bei 180 Delikten
Aktualisiert

Bezirksgericht Zürich Töfffahrer rast und filmt sich bei 180 Delikten

Er jagte mit seinem Töff über die Strasse. Seine Verkehrsdelikte filmte er mit seiner Helmkamera. Selbst der Richter hat so etwas noch nie gesehen.

Vor kurzem behandelte das Bezirksgericht Zürich einen Raser-Fall.

Vor kurzem behandelte das Bezirksgericht Zürich einen Raser-Fall.

Keystone/Walter Bieri

Bei einer mobilen Verkehrskontrolle fiel der Polizei auf dem Bild die GoPro-Kamera am Helm eines Yahama-Fahrers auf. Sie schöpfte Verdacht und durchsuchte sein Haus. Dabei konfiszierten sie die Kamera und Datenträger und werteten 27 Filme aus.

Diese entstanden zwischen Sommer und Oktober 2016. Darauf sind gemäss NZZ rund 180 Verkehrsdelikte zu sehen, darunter 100 grobe und 6 qualifiziert grobe Verletzungen des Strassenverkehrsgesetzes. Der Gerichtsvorsitzende am Zürcher Bezirksgericht war am Tag der Verhandlung fassungslos darüber. Eine derartige Serie von Verkehrsdelikten habe er noch nie gesehen, «und ich bin ein alter Hase». Er sei selbst Töfffahrer. «Aber bei Ihrem Fahrstil fragt man sich, ob Ihnen wirklich so wenig am Leben liegt.»

Raser-Videos stellte er ins Internet

Unter anderem bretterte der damals 24-Jährige mit 191,5 km/h über die Autobahn und machte gefährliche Überholmanöver. Seine Raser-Videos stellte er teilweise ins Internet. Vor Gericht verneinte er aber, dass er auf seine Fahrten stolz war. Die hochgeladenen Filme sollten anderen Leuten einfach zeigen, wie es in der Schweiz aussehe. Er sei noch jünger und sich nicht bewusst gewesen, wie gefährlich sein Fahrstil für ihn und andere gewesen sei. Nun sei er sich aber dessen zu 100 Prozent bewusst.

Der Prozess fand im abgekürzten Verfahren statt. Staatsanwalt und Verteidiger haben sich im Vorfeld auf eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren geeinigt, mit einer Probezeit von zwei Jahren. Die Kosten werden dem Mann auferlegt, der als Schichtleiter eines Lagerbetriebs arbeitet. Die Yamaha wird eingezogen und verkauft, schreibt die Zeitung. (20 Minuten)

Durch Schaffhausen gerast

Mit 123 km/h statt den erlaubten 60 km/h fuhr ein 23-jähriger Schweizer am Sonntagnachmittag vom Stadtzentrum Schaffhausen in Richtung Dörflingen. Zur gleichen Zeit führte die Schaffhauser Polizei eine Geschwindigkeitskontrolle an der Gennersbrunnerstrasse durch und erwischte den jungen Raser auf frischer Tat. Dem 23-Jährigen wurde der Führerausweis an Ort und Stelle abgenommen, wie die Schaffhauser Polizei am Montag mitteilte. Er wird sich für seine massive Geschwindigkeitsübertretung vor der Staatsanwaltschaft verantworten müssen.

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