Stadt Luzern: Töfffahrer sollen Parkgebühren zahlen
Aktualisiert

Stadt LuzernTöfffahrer sollen Parkgebühren zahlen

In der Stadt Luzern gab es Ende 2013 knapp 6000 Töffs – aber nur 200 Parkplätze. Und für die wenigen Plätze sollen die Biker künftig Gebühren bezahlen.

von
dag/sam
Samira Eckardt (20) würde es nicht gut finden, wenn sie für ihren Roller Parkgebühren bezahlen müsste.

Samira Eckardt (20) würde es nicht gut finden, wenn sie für ihren Roller Parkgebühren bezahlen müsste.

Etwas über 35'000 Töffs kurven auf den Strassen im Kanton Luzern herum. Allein in der Stadt wurden laut Lustat Ende 2013 knapp 6000 Motorräder gezählt. Das böse Erwachen folgt für viele Töfffahrer, wenn sie ihre Maschine in der Stadt parkieren wollen. «Es hat zu wenig Parkplätze für Motorräder», sagt Martin Urwyler, Projektleiter Mobilität beim städtischen Tiefbauamt gegenüber der «Neuen Luzerner Zeitung». In der Innenstadt seien es rund 200. Auf diesen würden jedoch doppelt so viele Töffs abgestellt, weil dies wegen der Normbreite von 1,2 Metern möglich ist.

Töffparkplätze werden getrennt

Mehr Parkplätze für Töffs sind laut Stadt nicht in Planung. Dafür wird etwas anderes geplant: Parkgebühren für Motorräder, wie es

die Grünen und die SP bereits 2013 vorschlugen. Damit dies künftig überhaupt möglich wird, solle laut Stadt darauf geachtet werden, dass gemischte Parkplätze für Velos und Töffs vermieden werden. «Dadurch wären wir für eine mögliche Einführung von Parkgebühren besser gerüstet», sagt Martin Urwyler. Vorgesehen ist, dass in Luzern die Gebühr mit Parkuhren für Einzelparkplätze beglichen wird.

«Absoluter Schwachsinn»

Die Idee der Stadt kommt bei Töff- und Rollerfahrern nicht gerade gut an: «Das ist absoluter Schwachsinn», sagt etwa Rolf von Holzen aus Stans. Der 58-Jährige ist der Meinung, dass er als Töfffahrer zweifach im Nachteil wäre, weil es zu wenig Abstellplätze gebe, die man erst noch bezahlen müsste. Ein anderer Töfffahrer verlangt, dass auch Velofahrer zu Kasse gebeten werden sollen, wenn auch Töfffahrer zahlen müssen. Auch Samira Eckardt (20) aus Buchrain ist nicht begeistert: «Wenn wir Parkgebühren bezahlen müssten, würden einige wieder aufs Auto umsteigen und die Verkehrsüberlastung wäre grösser.» Es gibt aber auch positive Stimmen: Brian Lütolf aus Emmen findet Parkgebühren für Töfffahrer okay, weil ja auch Autofahrer zahlen müssen. Der 23-Jährige stellt aber hohe Ansprüche an die Stadt: «Wenn bezahlt werden muss, sollten Töffs an einem sicheren Ort untergebracht werden können.»

Deine Meinung