Smarter Jungtrainer: Törmänen macht alles gut und Spieler besser
Aktualisiert

Smarter JungtrainerTörmänen macht alles gut und Spieler besser

Antti Törmänen ist ein Grünschnabel als Trainer. Nun steht der SCB-Headcoach schon vor der Meisterprüfung.

von
Peter Berger
Kein Showman an der Bande: Die Anweisungen des 41-jährigen Jungtrainers Antti Törmänen sind knapp und klar.

Kein Showman an der Bande: Die Anweisungen des 41-jährigen Jungtrainers Antti Törmänen sind knapp und klar.

In 175 Tagen vom Lehrling zum Meister? Antti Törmänen kann morgen erstmals Meister als Headcoach in einer höchsten Liga werden. Der Jungtrainer des SC Bern führt in der Playoff-Finalserie gegen die vom erfahrenen Stanley-Cup-Sieger Bob Hartley trainierten ZSC Lions mit 3:1 und braucht noch einen Sieg.

Dies löst bei Törmänen indes keine Gefühlsregung und schon gar keine Euphorie aus. Er spricht höchstens ein bisschen forsch, aber immer noch mit der gleichen, leisen Stimme. Der 41-jährige Finne ist kein Lautsprecher und schon gar kein Heisssporn. Sein Credo lautet: «Ich will jeden einzelnen Spieler besser machen.» Das ist ihm gelungen. Jeder eingesetzte SCB-Akteur spielt in den Playoffs besser als in der Qualifikation.

«Bessermacher» Törmänen hat bisher alles gut gemacht. Er zweifelt nicht, er hat und vermittelt Selbstvertrauen und er ist schlau. So hat er seinem anfänglichen – von ihm bevorzugten offensiven – Spielsystem ein meisterhaftes defensives Korsett verpasst. Dabei hat der Nordländer zweifellos von der Arbeit seines routinierten Vorgängers Larry Huras profitiert, der den Bernern ein Defensiv-Verhalten eingetrichtert hat. Törmänen gesteht, dass er als Coach noch nicht sehr viel Erfahrung hat: «Aber ich habe Erfahrung als Spieler aus grossen Partien.» Und für den Weltmeister mit Finnland von 1995 und Olympia-Bronzegewinner (1998) ist ohnehin klar: «Die Spieler entscheiden die Serie, nicht das Spielsystem.»

Der smarte Jungtrainer hat schnell gelernt. Am 21. Oktober wurde er als ehrgeiziger Assistent zum Nachfolger des gefeuerten Huras befördert. Nur 175 Tage später kann Törmänen morgen schon die Meisterprüfung bestehen.

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