Aktualisiert 03.02.2014 17:26

Ennetbürgen NW

Tötete der Mann seine Frau aus Liebe?

Ein Ehepaar (40 und 44) wurde in Ennetbürgen zuhause tot aufgefunden. Eine Bekannte der getöteten Frau glaubt, dass der Ehemann ihr einen Leidensweg ersparen wollte.

von
saw/kko/mme/dag

Als M. L.* letzten Donnerstag nicht zur Arbeit erschien, alarmierten ihre Kollegen die Polizei. Diese rückte zur Wohnung der Vermissten nach Ennetbürgen aus. Vor Ort konnten die Beamten aber nur noch den Tod der Frau (40) sowie ihres Ehemannes D. L.* (44) feststellen. Bei den Toten handelt es sich um ein kinderloses Schweizer Ehepaar. Er arbeitete als Maschinenmechaniker, die Frau war in einem Alterspflegeheim tätig.

Erste Ermittlungen weisen auf ein Tötungsdelikt mit anschliessendem Suizid hin. Der Mann soll seine Ehefrau getötet und sich dann selbst gerichtet haben, sagte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage zu 20 Minuten.

Das Tötungsdelikt und der Suizid dürften von Mittwoch auf Donnerstag begangen worden sein. Über das Motiv sei bisher nichts bekannt, es liege aber wohl im privaten Bereich der beiden Toten.

Opfer soll an Hirntumor gelitten haben

Laut einer Bekannten, die anonym bleiben will, sei das Paar immer sehr nett und verliebt gewesen. Aber: «M. hat seit ungefähr drei Jahren an einem Hirntumor gelitten. Sie hatte ihn aber dank Medikamenten gut im Griff», sagt die Bekannte.

Sie vermutet, dass M. in den letzten Tagen eine schlechte ärztliche Prognose erhalten hatte und darum nicht «vor sich hinvegetieren wollte». Ähnliches hörte man auch am Stammtisch eines Restaurants. Dabei hätte das Paar noch Pläne gehabt: «Sie hatten die Eigentumswohnung in Ennetbürgen verkauft und wollten nach Buochs umziehen, der Abendsonne wegen», so die schockierte Bekannte.

Staatsanwältin Natalie Vonmüllenen sagte auf die Frage, ob die Tat einen Zusammenhang mit dem Hirntumor haben könnte, dass man in alle Richtungen ermittle – sie sagte aber auch klar: «Wir gehen davon aus, dass das Ehepaar den Tod nicht gemeinsam gewählt hat.»

Die Nidwaldner Staatsanwaltschaft zog das Forensische Institut Zürich und das Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich bei. Zur Art der Tötung machte sie mit Rücksicht auf die laufenden Untersuchungen keine Angaben. Auch wo das Delikt stattgefunden hat, wurde nicht bekannt gegeben.

*Namen der Redaktion bekannt.

(saw/kko/mme/dag/sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.