Amoklauf in Wisconsin: Tötete er aus Rache?
Aktualisiert

Amoklauf in WisconsinTötete er aus Rache?

Neue Details zum Blutbad in Brookfield im US-Bundesstaat Wisconsin: Der 45-jährige Täter, der drei Menschen in einem Wellness-Center erschoss, hatte zuvor Streit mit seiner Ehefrau.

von
Dinesh Ramde
AP

Der blutige Amoklauf mit drei Toten in einem Wellnesscenter im US-Staat Wisconsin hat sich vermutlich an einem Familienstreit entzündet. Ein Gericht hatte erst am Donnerstag entschieden, dass sich der 45 Jahre alte Schütze von seiner Frau fernhalten muss, die in dem Schönheitssalon in Brookfield arbeitete. Nun sind sie und zwei weitere Frauen tot. Überdies waren am Sonntag (Ortszeit) vier Menschen verletzt worden. Der Täter hatte sich nach der Bluttat selbst erschossen.

Der 45-Jährige war vor zwei Wochen von seiner Frau angezeigt worden, nachdem er die Reifen ihres Wagens aufgeschlitzt hatte. Er sei bereits zuvor durch Gewalt gegen seine Ehefrau aktenkundig geworden, teilte die Polizei mit. Zu den Auflagen des Gerichts zählte auch, dass er seine Waffe abgeben musste.

Der Polizeichef von Brookfield, Dan Tushaus, wollte sich zunächst nicht zum möglichen Motiv des Mannes äussern. «Ich kann sagen, dass wir keine weiteren Verdächtigen suchen», erklärte er am Sonntagabend (Ortszeit). «Jeder im Ort kann sich wieder sicher fühlen.» Er sprach von einer «sinnlosen Tat eines Einzelnen».

Wieder ein Amoklauf in Wisconsin

Die Behörden waren am Sonntagvormittag zu dem Schönheitssalon gerufen worden, der vermutlich von dem Schützen in Brand gesetzt worden war. Im Innern fanden Beamte die drei toten Frauen. Eine Propangasflasche hatten die Ermittler zunächst für einen selbst gebauten Sprengsatz gehalten, woraufhin sie ein Kommando zur Bombenentschärfung alarmierten. Nach einer sechsstündigen Suche fanden die Beamten schliesslich den toten Amokläufer.

Die Bluttat ereignete sich knapp einen Kilometer von einem Hotel entfernt, in dem ein Bewaffneter im Jahr 2005 das Feuer auf die Teilnehmer eines Gottesdienstes eröffnet und sieben Menschen getötet hatte. Im US-Staat Wisconsin ist es bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass ein Bewaffneter das Feuer auf eine Menschenmenge eröffnet hat. Im August hatte ein Angreifer in einem Sikh-Tempel südlich von Milwaukee sechs Menschen getötet, bevor er sich das Leben nahm.

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