Er erschoss zwei Menschen: Tötungen bei Protest gegen Polizeigewalt – Schütze plädiert auf nicht schuldig
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Er erschoss zwei MenschenTötungen bei Protest gegen Polizeigewalt – Schütze plädiert auf nicht schuldig

Kyle Rittenhouse hat vor Gericht auf nicht schuldig plädiert. Der 18-Jährige hatte bei Protesten in Kenosha, Wisconsin zwei Personen erschossen und eine weitere verletzt.

Kyle Rittenhouse hatte bei den Protesten gegen Polizeigewalt in Kenosha, Wisconsin zwei Personen mit einem Sturmgewehr getötet und eine weitere Person verletzt. 

Kyle Rittenhouse hatte bei den Protesten gegen Polizeigewalt in Kenosha, Wisconsin zwei Personen mit einem Sturmgewehr getötet und eine weitere Person verletzt.

REUTERS

Mehr als vier Monate nach tödlichen Schüssen bei Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt in der US-Stadt Kenosha hat der mutmassliche Täter vor Gericht auf nicht schuldig plädiert. Das berichteten mehrere US-Medien am Dienstag übereinstimmend unter Berufung auf eine Online-Anhörung. Der inzwischen 18-jährige Schütze Kyle Rittenhouse beruft sich demnach auf das Recht zur Selbstverteidigung. Die Staatsanwaltschaft legt ihm unter anderem Mord in zwei Fällen zur Last. Bei einer Verurteilung könnte ihm lebenslange Haft drohen.

In Kenosha im Bundesstaat Wisconsin waren im vergangenen August schwere Proteste ausgebrochen, nachdem der schwarze Jacob Blake bei einem Polizeieinsatz mehrfach in den Rücken geschossen worden war. Der Fall ereignete sich in einem bereits aufgeheizten politischen Klima, denn nur etwa drei Monate vorher war in Minneapolis der Afroamerikaner George Floyd bei einem Polizeieinsatz getötet worden.

500 Nationalgardisten beordert

Die Staatsanwaltschaft will in Kürze bekanntgeben, ob der mutmasslich für die Schüsse auf Blake verantwortliche Polizist angeklagt werden soll. Der Stadtrat von Kenosha stimmte daher am Montag angesichts befürchteter Proteste vorab einer befristeten Notstandserklärung zu. Gouverneur Tony Evers erklärte, er habe auf die Bitte der Stadt hin vorab die Entsendung von 500 Mitgliedern der Nationalgarde genehmigt. Die Soldaten werden dabei helfen, örtliche Einsatzkräfte zu unterstützen, das Recht zu sicheren Protesten zu gewährleisten sowie die Infrastruktur zu schützen, wie der Gouverneur erklärte.

Der weisse Kyle Rittenhouse, der damals 17 Jahre alt war, war nach eigenen Angaben wegen der Proteste nach Kenosha gefahren und wollte dort Eigentum vor Plünderungen schützen. Bei Ausschreitungen soll er dann mit einem Sturmgewehr zwei Menschen erschossen und eine weitere Person verletzt haben. R. wurde nach seiner Festnahme im benachbarten Bundesstaat Illinois von rechten Kreisen teils zu einem Helden stilisiert. Selbst US-Präsident Donald Trump verteidigte ihn im Wahlkampf und suggerierte nach dem Zwischenfall, dieser habe in Notwehr gehandelt. R. befindet sich gegen Kaution auf freiem Fuss.

(DPA)

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