Aktualisiert 12.10.2006 14:40

Tötungsdelikte: Ausländer häufiger Täter und häufiger Opfer

Laut einer Erhebung geschehen beinahe die Hälfte aller Tötungsdelikte im häuslichen Bereich - also zum Beispiel bei Ehepaaren oder in Familien. Als Tatverdächtige werden Ausländer drei Mal häufiger registriert als Schweizer.

Bei Tötungsstraftaten kennen sich Täter und Opfer in 70 Prozent der Fälle. 45 Prozent geschehen laut einer Sondererhebung des Bundesamts für Statistik im häuslichen Bereich. Dort sind die Frauen besonders häufig Opfer. Die Männer sind aber im Ganzen 1,5 mal häufiger Opfer und sieben mal häufiger Tatverdächtige.

In den Jahren 2000 bis 2004 registrierte die Polizei im Durchschnitt jährlich 213 Opfer versuchter oder vollendeter Tötungsdelikte. Von den Opfern starben im Schnitt 36 Prozent an den Folgen der Tat, 30 Prozent wurden schwer und 34 Prozent leicht oder nicht verletzt. Durchschnittlich waren 127 Opfer männlich und 86 Opfer weiblich. Bei den Tatverdächtigen sind die Männer sogar sieben mal stärker vertreten.

Auch bei den Tötungsdelikten sind Täter und Opfer in der Mehrzahl der Fälle (70 Prozent) einander bekannt. In einer häuslichen Beziehung standen Täter und Opfer sogar in 45 Prozent der Fälle. Bei den Frauen, die Opfer werden, ist der Anteil in diesen Fällen mit fast drei Vierteln besonders hoch. Bei den männlichen Opfern beträgt Anteil bei Tötungsdelikten in häuslichen Beziehungen nur 25 Prozent. Dafür sind sie in 80 Prozent der Fälle die Täter.

Personen mit ausländischer Staatszugehörigkeit wurden 1,8-mal häufiger Opfer eines Tötungsdeliktes als Schweizer Staatsangehörige. Dies galt auch für den häuslichen Bereich (1,7-mal häufiger).

Auch als Tatverdächtige wurden ausländische Personen der Wohnbevölkerung drei Mal häufiger registriert als Schweizerbürger. Innerhalb der häuslichen Beziehung kamen 2,7 ausländische auf einen Schweizer Tatverdächtigen. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.