Aktualisiert 11.01.2010 12:43

Nach der Heimreise

Togo darf nicht zurück an den Afrika-Cup

Die nach dem Terror-Anschlag vom Freitag nach Hause gereiste togolesische Fussballnationalmannschaft bleibt in der Heimat. Die Organisatoren des Afrika-Cups wollen trotz Anfrage von Togo nicht, dass das Team nachträglich ins Turnier einsteigt.

von
Monika Brand
Die togolesische Nationalmannschaft darf nicht zurück an den Afrika-Cup.

Die togolesische Nationalmannschaft darf nicht zurück an den Afrika-Cup.

Die Togo-Fussballer waren am Sonntagabend auf Druck der Regierung zurück in ihr Heimatland gereist, obschon das Team sich am Morgen noch geschlossen für einen Turnier-Antritt ausgesprochen hatte. Nach der Heimkehr der Kicker fragte Sportminister Christophe Tchoga bei den Organisatoren des «Africa Cup of Nations» an, ob es für Togo eine Möglichkeit gebe, nachträglich ins Turnier einzusteigen (20 Minuten Online berichtete). Gemäss dem Online-Portal der britischen Tageszeitung «The Guardian» wollte die Turnierleitung davon allerdings nichts wissen. Eine Erklärung für den negativen Entscheid lieferte der Afrikanische Fussballverband CAF nicht.

Das Team wollte zurück nach Angola

Manchester-City-Star Emmanuel Adebayor hatte zuvor gegenüber der «Sun» erklärt, dass sich das Team nach einem verwirrenden Hin und Her entschieden habe, für die dreitägige Staatstrauer nach Hause zu fliegen. «Danach werden wir spielen, falls der Afrikanische Fussballverband uns den Platz freihält.» Diese Hoffnungen wurden nun aber zunichte gemacht.

Auf die togolesische Fussballnationalmannschaft war am Freitagabend ein Terroranschlag verübt worden, als sie mit dem Bus durch die Exklave Cabinda reiste. Dabei wurden der Assistenztrainer und der Pressesprecher des Teams getötet. Der Busfahrer, der zuerst ebenfalls als Todesopfer genannt wurde, scheint verschiedenen Quellen zufolge nun doch überlebt zu haben (20 Minuten Online berichtete). Weitere Teammitglieder wurden verletzt, Ersatztorhüter Kodjovi Obilale liegt noch immer auf der Intensivstation. Der bewaffnete Arm der separatistischen Bewegung FLEC (Front für die Befreiung der Exklave Cabinda) bekannte sich zu der Tat. Die Regierung Angolas verurteilte den Rebellen-Angriff als «terroristischen Akt». Eine Absage des am Sonntag gestarteten Afrika-Cups kam jedoch nicht in Frage. Die Polizei nahm laut der Nachrichtenagentur «AP» am Sonntagabend zwei Verdächtige fest.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.