Stock für Stock: Tokios Wolkenkratzer schrumpfen
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Stock für StockTokios Wolkenkratzer schrumpfen

Eine japanische Baufirma reisst Hochhäuser per Liftsystem ab - sauber, leise und ökologisch. Langsamer als Sprengen, aber dennoch ein Hingucker.

von
pru

Das Akasaka Grand Prince Hotel in Tokio macht von aussen keinen besonderen Anschein. Erst im Innern bemerkt man, dass hier wohl schon länger kein Gast mehr residiert hat. Das ehemals 140 Meter hohe Gebäude wurde im Juni 2012 zum Abriss freigegeben. Das Bauunternehmen Taisei hat eine Technik entwickelt, die gegenüber herkömmlichen Methoden wie Sprengungen oder Abrissbirnen ökologischer sein soll.

Dazu wird das Gebäude regelrecht ausgehöhlt. Selbst der Zementboden wird abgetragen und mit Kranen nach draussen geschafft. Durch die Zugbewegung wird sogar noch Strom erzeugt. Die Idee dahinter ist, dass so viel wie möglich wiederverwertet wird. Die Stockwerke werden anschliessend von einfahrbaren Stützpfeilern getragen und Stück für Stück abgesenkt. «Es ist, als ob man eine Demontage-Fabrik auf dem Dach eines Gebäudes hat und darauf einen riesigen Hut. Und dann schrumpft das Ganze», erklärte Entwickler Hideki Ichihara gegenüber der «Japan Times».

Wesentlich ökologischer

Das Akasaka Grand Prince Hotel ist seit Beginn von 140 auf 110 Meter geschrumpft. Es ist das grösste Gebäude, dass auf diese Weise demoliert wird. Im Mai dieses Jahres soll es dem «NewScientist» zufolge vollständig abgebaut sein. Mit der Schrumpf-Methode können der Lärmpegel um 20 Dezibel, der CO2-Ausstoss um 85 Prozent und die Staubentwicklung gar um 90 reduziert werden. Ausserdem ist man nicht vom Wetter abhängig und es ist wesentlich sicherer.

Hochhaus in Sekunden plattgemacht

Laut dem «NewScientist» besitzt Japan 797 Hochhäuser, die über 100 Meter hoch sind. Rund 150 davon werden im nächsten Jahrzehnt zwischen 30 und 40 Jahre alt sein. In dieser Zeit werden sie in der Regel abgerissen. Dem Taisei Bauunternehmen wird es somit wohl in Zukunft nicht an Aufträgen fehlen.

So funktioniert das Ganze

(Quelle: NewScientist)

(Quelle: YouTube/luestylecom)

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