Brasserie Lorraine: «Toleranz und Respekt gehen da völlig den Bach runter»

Aktualisiert

Brasserie Lorraine«Toleranz und Respekt gehen da völlig den Bach runter»

Die Brasserie Lorraine hat eine Gruppe Armeeangehöriger aufgrund ihrer Uniformen aus der Gartenwirtschaft geworfen. Das sagen Leserinnen und Leser zum Vorfall.

von
Gabriela Rullo
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Uniformen sind in der Brasserie Lorraine in Bern nicht erwünscht.

Uniformen sind in der Brasserie Lorraine in Bern nicht erwünscht.

20min/Matthias Spicher
Das bekam eine Gruppe Armeeangehöriger kürzlich zu spüren.

Das bekam eine Gruppe Armeeangehöriger kürzlich zu spüren.

20min/Matthias Spicher
Die «Brass» hat bereits zuvor für Schlagzeilen gesorgt, nachdem sie ein Konzert der Reggaeband Lauwarm abgebrochen hatte.

Die «Brass» hat bereits zuvor für Schlagzeilen gesorgt, nachdem sie ein Konzert der Reggaeband Lauwarm abgebrochen hatte.

Tamedia

Darum gehts

Nach dem Konzertabbruch einer weissen Reggaeband steht die Brasserie Lorraine erneut im Fokus: Fünf Armeeangehörige wollten sich nach einer dienstlichen Weiterbildung ein Feierabendbier in der «Brass» genehmigen. Ein Mitarbeiter weigerte sich jedoch, die Männer zu bedienen – es sei denn, sie hätten ihre Uniformen ausgezogen und sich Ersatzkleider übergestreift. Nach etwa zehn Minuten gaben die Armeeangehörigen auf und verliessen das Lokal. «Ich fand das komplett absurd», sagte einer der Betroffenen zu 20 Minuten

«Versteckte Intoleranz und Respektlosigkeit»

Viele Leserinnen und Leser pflichten ihm bei. «Ich glaube, ich habe in meinem Leben etwas falsch verstanden», schreibt Userin Cla1. «Grundwerte wie Toleranz, menschlich sein, Respekt und Anstand gehen da völlig den Bach runter hinter versteckter Intoleranz und Respektlosigkeit.» User ExGewerkschafter meint: «Mit einem ihnen genehmen T-Shirt werden die Leute bedient. Ich denke, die Brasserie bewegt sich auf sehr heiklem Terrain mit ihrer Kleiderordnung.» Bassista meint sarkastisch: «Genauso stell ich mir Multikulti, Toleranz und Inklusivität vor.» Und Dionysos666 schliesslich übt Kritik an der Linken, die seiner Meinung nach «zur neuen Bourgeoisie geworden» sei: «Einst weltoffen und tolerant. Heute nur noch elitär, ideologisiert und am liebsten nur noch unter Ihresgleichen.» 

Vereinzelt gibt es auch Userinnen und User, welche die Brasserie in Schutz nehmen. So etwa Tintiliach, der schreibt: «Kleiderordnung ist Kleiderordnung – und die kann jeder Gastwirt selber bestimmen.» So gebe es auch viele Lokale, in denen beispielsweise ein Punkoutfit oder gar Turnschuhe nicht erwünscht oder erlaubt seien. «Und wenn die Brasserie eben kein Militäroutfit duldet, dann ist das eben so. Ich versuche ja auch nicht, in Hippieklamotten an den Opernball zu gehen und rege mich dann auf, dass ich nicht eingelassen werde.» 

Verstehst du, weshalb Personen in Uniform nicht bedient werden sollen?

Einige Leserinnen und Leser berichten von eigenen Erfahrungen in anderen Lokalen. User GrussAusDerKüche schreibt etwa: «Kommt mir vor wie vor vielen Jahren in Andermatt. Warst du in Uniform, gab es höhere Preise. In Zivil hast du fürs Gleiche einiges weniger bezahlt und das Personal inklusive Wirte waren ein vielfaches freundlicher.»

«Wenn etwas passiert, haben sie Pech gehabt»

Wiederum andere Userinnen und User machen sich Gedanken über mögliche Konsequenzen des Uniformverbots. «Wenn dort etwas passiert (Feuer, Schlägerei etc.), haben sie halt Pech gehabt, denn Uniformierte dürfen ja nicht rein. Die sind dann die ersten, die nach unterlassener Hilfeleistung schreien», schreibt Userin WilhelminaBusch. Die Brasserie Lorraine teilte gegenüber 20 Minuten allerdings mit, sie erachte nur Militäruniformen als problematisch. 

* Name der Redaktion bekannt.

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