Aktualisiert 05.10.2006 13:56

Tom Lüthi: «Möchte das erste 250er Rennen gewinnen»

Tom Lüthi hat offiziell bestätigt, dass er 2007 in seiner ersten 250-ccm-Saison auf einer Aprilia fahren wird. Der italienische Motorrad-Hersteller und der 125-ccm-Weltmeister von 2005 einigten sich vorerst auf einen Einjahres-Vertrag. Lüthi gibt sich selbstbewusst: «Ich möchte das erste Rennen gewinnen.»

Damit trennt sich der 20-jährige Emmentaler nach viereinhalb WM-Saisons von Honda. Die Japaner hatten 2006 vermehrt auf die MotoGP-Klasse gesetzt und waren in der Achtelliter-Klasse leistungsmässig gegenüber Aprilia, KTM oder Derbi zurückgefallen. Sowohl Lüthi als auch Teamkollege Sandro Cortese (De) wollen möglichst schnell in die Spitzengruppe ihrer jeweiligen Klasse fahren und bis Ende 2008 die Top 6 erreichen.

Mit dem Wechsel zu Aprilia trennen sich auch die Wege von Lüthi und Chefmechaniker Sepp Schlögl. Der Bayer, der Anfang 2005 zu Lüthis Team stiess und massgeblichen Erfolg am WM-Titel des Schweizers hatte, wird weiterhin für Honda arbeiten. Wer die Nachfolge Schlögls antritt, ist noch nicht bekannt.

Tom Lüthi, was werden Sie mehr zu spüren bekommen: den Wechsel in die Viertelliterklasse oder jenen von Honda zu Aprilia?

Eindeutig der Klassenwechsel. Ich bin noch nie einen 250er-Töff gefahren. Der ist doppelt so stark wie ein 125er (rund 105 PS statt 50 bis 52 - Red.). Ich selber muss deshalb ebenfalls physisch stärker werden. Daran habe ich in den letzten Monaten schon gearbeitet. Ich freue mich riesig auf nächste Saison.

Wie lange werden Sie für die Umstellung brauchen?

Hoffentlich fällt diese Phase möglichst kurz aus. Ich will von Anfang an einen guten Job machen.

Was heisst das für Sie?

Am liebsten würde ich auf die 250er umsteigen und gleich das erste Rennen gewinnen.

Ein hohes Ziel...

Ich bin halt Rennfahrer, und ein Rennfahrer will Rennen gewinnen. Wichtig ist, dass wir in der Vorbereitung und bei den Testfahrten gut arbeiten, damit wir beim ersten Grand Prix (am 17. März in Katar - Red.) bereit sind. Und dann will ich versuchen, in der Spitzengruppe mitzufahren. Wenn mir das gelingt, dann ist vieles möglich.

Schon im November testen Sie an fünf Tagen das neue Motorrad.

Diese Tests sind für mich sehr wichtig. Da will ich viele Runden drehen, möglichst viele Situationen und auch das neue Team kennenlernen.

Es stehen nun noch die zwei letzten 125er-GP an. Wie wichtig sind Ihnen die Rennen in Estoril und Valencia?

Sehr wichtig. Ich werde mich nochmals voll konzentrieren und die nächste Saison komplett ausblenden. Alles andere wäre gefährlich. Auch wenn die WM schon entschieden ist, will ich noch zwei gute Resultate erreichen.

Davon hat es heuer nicht sehr viele gegeben...

Ja, es war eine harzige Saison. Ich musste hart kämpfen, härter als im Vorjahr, als ich um die WM fuhr. Das Niveau war in dieser Saison höher und Fehler hatten grössere Folgen.

(si)

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