Hurrikan: «Tomas» bringt weiteres Leid über Haiti
Aktualisiert

Hurrikan«Tomas» bringt weiteres Leid über Haiti

Erst kam das Erdbeben, dann die Cholera. Und jetzt fordert der Hurrikan «Tomas» das leidgeprüfte Haiti. Mindestens drei Menschen starben.

«Thomas» bringt wieder Verwüstung nach Haiti.

«Thomas» bringt wieder Verwüstung nach Haiti.

Durch den Hurrikan «Tomas» sind in Haiti mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Städte des noch schwer von dem Erdbeben im Januar gezeichneten Karibikstaates wurden nach Angaben des Zivilschutzes vollkommen überschwemmt.

«Tomas» zog am Freitag mit heftigem Regen und Stürmen über den Westen des Landes. Zuvor hatte die Regierung die Menschen des Landes aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

Laut Zivilschutz und Innenministerium starben mindestens zwei Menschen in der Stadt Léogâne rund 30 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince. Ein Mensch kam zudem ums Leben, als er mit seinem Auto einen angestiegenen Fluss überqueren wollte.

Léogâne wurde vollkommen überflutet, auch zahlreiche weitere Städte in allen Regionen des Landes standen wegen der schnell anschwellenden Flüsse unter Wasser. Durch unpassierbare Strassen wurden zudem viele Dörfer von der Aussenwelt abgeschnitten.

In Port-au-Prince regnete es über zehn Stunden ununterbrochen. Nahe des Präsidentenpalastes wurde am Freitagmorgen ein Zeltlager überflutet, in dem Opfer des verheerenden Erdbebens untergebracht waren. In den Strassen lagen angeschwemmter Schutt und Abfall.

Zehntausende in Notunterkünften

Die Regierung hatte zuvor die in Zeltstädten rund um die Hauptstadt untergebrachten Erdbebenopfer eindringlich aufgefordert, ihre dürftigen Notunterkünfte zu verlassen. Im Fernsehen forderte Ministerpräsident Jean-Max Bellerive seine Landsleute auf, sich in Sicherheit zu bringen, wenn sie in einem Notlager lebten.

Sie sollten nach dem Willen der Regierung in Schulen, Kirchen und Spitälern Zuflucht finden. Bei dem schweren Erdbeben vom Januar waren mehr als 250 000 Menschen ums Leben gekommen, rund 1,5 Millionen Menschen wurden obdachlos. Noch immer leben zehntausende Menschen in Notlagern.

Ausbreitung der Cholera droht

In Port-au-Prince waren die Behörden nach eigenen Angaben darauf eingestellt, rund 100 000 Menschen in öffentlichen Gebäuden unterzubringen.

Der Tropensturm «Tomas» hatte bereits am Donnerstag für starken Wind und heftigen Regen in Haiti gesorgt. Am Freitag verstärkte sich «Tomas» zu einem Hurrikan der Stufe eins. Sein Zentrum zog im Verlauf des Tages an der Südwestspitze Haitis vorbei und raste mit 135 Stundenkilometern nach Norden auf den Osten Kubas zu.

Das Amerikanische Rote Kreuz warnte davor, dass der Hurrikan den Bemühungen im Kampf gegen die Cholera einen Rückschlag versetzen könne. Heftige Regenfälle könnten die Ausbreitung der Krankheit in den Notlagern wieder fördern. An der Cholera waren in den vergangenen rund zwei Wochen mehr als 440 Menschen gestorben.

Katastrophenhilfe aus den USA

Die USA bereiteten Katastrophenhilfe für Haiti vor. Es stünden 125 000 Rettungspakete für den Fall bereit, dass der Wirbelsturm in dem Karibikstaat massive Schäden anrichte, teilte das US- Aussenministerium mit. Darin enthalten seien unter anderem Hygieneartikel, Nahrung, Wasser und Decken.

Mehr als 20 Teams mit Katastrophenhelfern wurden in Bereitschaft versetzt. Darüber ist ein US-Kriegsschiff mit zehn Helikoptern und medizinischen Mitarbeitern an Bord in der Region unterwegs, um Unterstützung bieten zu können. (sda)

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