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PalermoTonnenweise Abfall und Flohinvasion

In Palermo eskaliert die Abfallkrise. Als Folge des Streiks der Müllarbeiter türmt sich der Kehricht bis zu zwei Meter hoch. Wegen einer Floh-Invasion musste zudem eine Schule gesperrt werden.

In der sizilianischen Hauptstadt wurden die sechste Nacht in Folge Mülltonnen angezündet, die Feuerwehr musste wiederholt ausrücken. Ausgelöst wurde die Krise von einem einwöchigen Bummelstreik der Abfallarbeiter. Diese protestieren gegen einen befürchteten Stellenabbau beim Entsorgungsunternehmen Amia, das in finanziellen Schwierigkeiten steckt.

Die Belegschaft wehrt sich auch gegen den Umstand, dass sie die vorgeschriebene Schutzkleidung und Ausrüstung nicht erhalten hat, weil das vor dem Bankrott stehende Entsorgungsunternehmen sie kaum noch stellen kann.

Als Folge des Streiks türmte sich der Kehricht bis zu zwei Meter hoch. Wegen einer Floh-Invasion musste zudem eine Schule gesperrt werden. Hinter dem Eingang zu dem Areal vergammeln seit Tagen unter sengender Sonne übelriechende Abfallberge.

Krisentreffen

Zur Entschärfung der Lage trug die Armee bei, die zur Abfallräumung der Strassen eingesetzt wurde. Die Polizei musste eingreifen, um einige Arbeiter in Sicherheit zu bringen, die von wütenden Bewohnern angegriffen wurden.

In Palermo traf der Chef des italienischen Zivilschutzes, Guido Bertolaso, ein, der auch bei der Abfallkrise von Neapel im vergangenen Jahr bereits im Einsatz war. Er wollte bei einem Krisentreffen mit Behördenvertretern Notmassnahmen besprechen.

Der Präsident der Region Sizilien, Raffaele Lombardo, unterzeichnete zudem eine Notverordnung, durch die der Stadt 40 Kehricht-Lastwagen zur Verfügung gestellt werden.

Die Regierung will 95 Millionen Euro zur Rettung des Entsorgers Amia zur Verfügung stellen. Dem Unternehmen fehlen 150 Millionen Euro. Der Plan, die Entsorgungsgebühren um 35 Prozent zu erhöhen, ist vorerst an einem Streit der Kommunalvertreter gescheitert.

Zwei Verhaftungen

Im Zuge der Abfallkrise gab es auch erste Festnahmen. Die Polizei griff zwei junge Männer auf, die Abfallberge in Brand gesteckt hatten.

Die Kontrollen wurden verschärft, um weitere Brände zu verhindern. Die Carabinieri wiesen auf die Gefahr krebserregender Dioxine hin, die durch das Verbrennen von Plastikmüllsäcken entstehen.

(sda)

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