Berufswahl: Top-Lernende lancieren ihre Karriere
Aktualisiert

BerufswahlTop-Lernende lancieren ihre Karriere

Robin Trommsdorff und Maximilian Senn haben auf die Matura verzichtet und stattdessen auf die Karte Berufsmaturität gesetzt. Mit Erfolg, wie ihr Karriereverlauf zeigt.

von
Gabriel Aeschbacher
Im Trend: Der Weg zu einer vielversprechen den Karriere muss nicht zwingend über eine Matura führen. Gefragt sind praxisorientierte junge Talente. (fotolia)

Im Trend: Der Weg zu einer vielversprechen den Karriere muss nicht zwingend über eine Matura führen. Gefragt sind praxisorientierte junge Talente. (fotolia)

Beide legten sie den schulischen Grundstein am Kollegium St. Michael in Zug. Die Privatschule hätte ihnen wichtige Grundwerte wie Disziplin, Ordnung und Durchhaltewillen vermittelt, blicken Robin Trommsdorff und Maximilian Senn auf die obligatorische Schulzeit zurück. Und beide haben sie auf einen durchaus möglichen Weg zur Matura verzichtet.

Maximilian Senn (21) wusste schon früh, dass er weder Anwalt oder Arzt werden wollte. Entsprechend entschied er sich 2008 für ein KV mit Berufsmaturität. Einen Schritt, den er bis heute nicht bereut hat, «denn die praktische Erfahrung ist in der Wirtschaft Gold wert». Er weiss von Kollegen, die zwar einen Master-Abschluss in der Tasche haben, gleichzeitig aber enorm Mühe bekunden, einen Job zu bekommen. Manchmal würden sich bis 150 Leute auf eine Stelle bewerben.

Ebenfalls eine kaufmännische Grundbildung hat Robin Trommsdorff absolviert. Er verdiente sich seine Sporen bei der UBS ab, ehe er ebenfalls eine Berufsmaturität absolvierte. Im Gegensatz zu Maximilian Senn absolvierte er diese im Anschluss an die Lehre, sodass er sich voll auf die Schule konzentrieren konnte. Zwischen Militär und Sprachaufenthalt schob er mehrere Praktika auf nationalem und internationalem Parkett. Auch er ist fit für die Zukunft – und froh, damals auf die duale Ausbildung gesetzt zu haben, auch wenn es schon Momente gegeben hätte, wo er mit einer Matura geliebäugelt habe. «Viele meiner Kollegen haben diesen Weg eingeschlagen», erinnert er sich an diese Zeit. Momentan befindet er sich in der Abschlussphase seines Studiums an der Hochschule Luzern, wo er im dritten Jahr Wirtschaft studiert. Er ist im Moment daran, nach dem nächsten Job Ausschau zu halten.

Auch Maximilian Senn hat seine Pläne bezüglich Weiterbildung noch nicht begraben, spekuliert aber insgeheim auf eine Beförderung innerhalb der Firma. Vor allem dann, wenn ihm diese einen interessanten Job im Ausland offerieren würde. Abwegig scheint die Vorstellung des 21-Jährigen nicht zu sein, denn sein aktueller Arbeitsplatz liegt – sinnbildlich für den nächsten Karriereschritt – am Flughafen in Zürich, wo er seit Januar 2012 als Einkäufer «zwischengelandet» ist.

www.kollegium-stm.ch

www.studium-schweiz.ch/studium-fachhochschule

Karriereschritte nach der Lehre

Wer heute eine Lehre beginnt, investiert – je nach Branche – drei oder vier Jahre. Die Berufsmaturität kann dabei begleitend absolviert werden. Oder dann im Anschluss an die Grundbildung, wobei dies in der Regel bedeutet, ein Jahr ausschliesslich zur Schule zu gehen. Mit der Berufsmaturität in der Tasche ist es anschliessend möglich, sich an einer Fachhochschule einzuschreiben. Wer den direkten, aber theoretischen Weg bevorzugt, strebt statt der Lehre die Matura an, welche das Eintrittsticket für die Universität ist.

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