Damian Ott vor Kilchberger Schwinget - Topfavorit Samuel Giger war zwei Jahre unbesiegt – dann kam dieser Neuling
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Damian Ott vor Kilchberger SchwingetTopfavorit Samuel Giger war zwei Jahre unbesiegt – dann kam dieser Neuling

Samuel Giger ist am Samstag der haushohe Favorit auf den Sieg am Kilchberger Schwinget. Nur sein Nordostschweizer Kollege Damian Ott konnte ihn in dieser Saison besiegen.

von
Adrian Hunziker
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Der Nordostschweizer Damian Ott 
freut sich riesig auf das Saison-Highlight vom Samstag: das Kilchberger Schwinget. 

Der Nordostschweizer Damian Ott
freut sich riesig auf das Saison-Highlight vom Samstag: das Kilchberger Schwinget.

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Grosser Favorit auf den Titel ist Samuel Giger. Der 23-jährige Nordostschweizer gewann in dieser Saison sieben Kranzfeste. 

Grosser Favorit auf den Titel ist Samuel Giger. Der 23-jährige Nordostschweizer gewann in dieser Saison sieben Kranzfeste.

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Am St. Galler Kantonalschwingfest stellten Samuel Giger und Damian Ott.

Am St. Galler Kantonalschwingfest stellten Samuel Giger und Damian Ott.

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Darum gehts

  • Damian Ott bezwang in dieser Saison als einziger Überschwinger Samuel Giger.

  • Ott sieht sich deshalb aber nicht als Favorit auf das Kilchberger Schwinget vom Samstag.

  • Der 21-Jährige ist der Aufsteiger der Saison, er gewann seine ersten zwei Schwingfeste.

Wenn es einen Topfavoriten für den Sieg am Kilchberger Schwinget gibt, dann ist das Samuel Giger. Der Nordostschweizer hat in dieser Saison sieben Schwingfeste gewonnen, darunter das Bergfest auf der Schwägalp. Es gab in diesem Jahr nur einen, der den 23-Jährigen besiegen konnte. Genauer gesagt: Giger verlor seinen ersten Gang seit knapp zwei Jahren. Am Schwarzsee-Schwinget gewann sein Nordostschweizer Kollege Damian Ott den Schlussgang und sicherte sich damit seinen zweiten Saisonsieg nach seinem Triumph auf dem Weissenstein. Ott gilt damit als Aufsteiger der Saison, ist nun auch einer der Bösen – so werden die besten Schwinger bezeichnet.

«Der Schwarzsee-Sieg hat eine grosse Bedeutung. Dass ich Samuel bezwingen konnte, ist eine grosse Ehre für mich», sagt Ott. Trotzdem sieht sich der 21-Jährige nicht als Titelaspirant am Kilchberger. Giger sei weiterhin einer der grossen Favoriten auf den Titel. «Selbst wenn er wieder mit mir schwingen müsste, wäre er der Favorit», sagt Ott. Der Verbandskollege kann es selbst kaum glauben, was Giger für eine unglaubliche Saison zeigt. Wie er den Saison-Dominatoren am Schwarzsee auf den Rücken legen konnte, weiss Ott selbst nicht genau. Er glaubt, Giger habe viel mehr unter Druck gestanden.

Sie kennen sich bestens

«Ich selbst hatte keine Erwartungen in diesem Schlussgang. Da war viel Kopfsache dabei, was letztlich den Sieg ausmachte. Es war völlig unerwartet. Vor dem Gang rechnete selbst ich damit, dass er gewinnt.» Ott sah Giger vor dem Schlussgang als Favorit an, da er ihn auch im Training noch nie bezwingen konnte.

Die beiden kennen sich bestens, trainieren immer mal wieder zusammen. Das ist ein Vorteil, sie profitieren voneinander, können voneinander lernen. «Eigentlich dachte ich vor dem Gang nicht viel nach. Ich ging hinein mit dem Gedanken, zwei oder drei schöne Aktionen zu zeigen, was mir auch gelang. Dann zog ich voll durch und es klappte.»

Giger gegen Wicki, Ott gegen Wenger

Beim Anschwingen, so nennt man den ersten Gang am Schwingfest, bekommt es Topfavorit Samuel Giger mit dem Innerschweizer Joel Wicki zu tun. Damian Ott muss gegen den Berner Kilian Wenger, Schwingerkönig von 2010, ran. Verletzungsbedingt nicht am Kilchberger teilnehmen können Schwingerkönig Christian Stucki, Pirmin Reichmuth und Armon Orlik. (hua)

Gesund wieder nach Hause fahren

Ott sagt das im Gespräch mit 20 Minuten so nebenbei und man glaubt es ihm auch. Dieser unerwartete Sieg gegen Giger ist dem 1,96-Meter-Hünen nicht zu Kopf gestiegen. Der Zimmermann bleibt demütig und freut sich lieber über seine starke Saison. «Die ist überragend, die beste bisher – und das fast aus dem Nichts. Ich bin schon lange zufrieden mit der Saison und konnte immer weiter Erfolge feiern, das ist natürlich schön.» Setzt er sich deswegen für das Kilchberger mehr unter Druck? Nein, keineswegs. Er möchte einfach vorne mitschwingen und am Abend zufrieden und gesund wieder nach Hause fahren.

Ott gibt aber schon zu, dass das Schwingfest, das einen eidgenössischen Charakter besitzt und bei dem nur die 60 besten Schwinger zugelassen sind, auch für ihn einen grossen Stellenwert hat. Er geht davon aus, dass der Samstag ein harter Tag sein wird, aber er freut sich riesig auf das Fest. Diese letzte Woche vor dem grössten Saison-Event war für Ott ganz normal. «Es ist eine Woche wie jede andere auch, ich gehe arbeiten bis Freitag. Schwing-Trainings haben wir nicht mehr viele, etwas Krafttraining werde ich noch absolvieren. Am Freitag gehe ich früh ins Bett.» Etwas anderes hätte man von diesem bodenständigen Schwinger auch nicht erwartet.

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