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SomaliaTopterrorist getötet - Islamisten schwören Rache

US-Streitkräfte sollen bei einem Luftangriff in Somalia einen der wichtigsten Al-Kaida-Führer der Region getötet haben. Jetzt wächst am Horn von Afrika die Angst vor einer Eskalation der Gewalt.

Neben dem als Top-Terroristen von den USA lange gesuchten Saleh Ali Saleh Nabhan soll auch der Führer der örtlichen Einheit der berüchtigten Al-Shabaab-Miliz bei dem Angriff im Süden des Landes ums Leben gekommen sein. Das berichtete am Dienstag der Radiosender Garowe unter Berufung auf Al-Shabaab nahe stehende Informanten.

Eine Bestätigung für den Tod des Terroristen gab es am Dienstag nicht. Nach Berichten von US-Fernsehsendern feuerten US-Soldaten aus mindestens einem Kampfhelikopter auf einen Konvoi, in dem sie Al-Kaida-Kämpfer vermuteten. Ein Schiff der US-Marine habe den Einsatz von einer Stellung vor der somalischen Küste aus gesteuert.

Anschlag in Kenia

Die USA halten Nabhan für den Al-Kaida-Anführer in Somalia. Der gebürtige Kenianer war nach einem Anschlag auf ein vor allem von israelischen Touristen besuchtes Hotel an der kenianischen Küste im Jahr 2002 in Somalia untergetaucht.

Als Reaktion auf den Luftschlag vom Dienstag schworen die Islamisten Rache. Sie würden versuchen, Vergeltung an den USA zu nehmen, sagte ein Al-Shabab-Kommandeur am Dienstag der Nachrichtenagentur AP. «Sie werden die Bitterkeit unserer Antwort zu spüren bekommen.» Die USA gehen davon aus, dass die Gruppe Al-Shabaab Verbindungen zur Al-Kaida unterhält.

Bürgerkrieg seit 1991

Die Miliz kontrolliert das Gebiet, in dem sich der Angriff vom Montag ereignete. Sie hat mehreren führenden Al-Kaida-Mitgliedern Unterschlupf geboten, die wegen der Anschläge in Mombasa und der Attentate auf die US-Botschaften in Nairobi und Tansanias Hauptstadt Daressalam im Jahr 1998 gesucht wurden.

Nummer eins auf der US-Fahndungsliste ist Fazul Abdullah von den Komoren, der an den Botschaftsanschlägen beteiligt gewesen soll. Er entkam im vergangenen Jahr bei einer Razzia in Kenia. In Somalia herrscht seit 1991 Bürgerkrieg, die USA fürchten, dass das Land zu einem ähnlichen Zufluchtsort für radikalislamische Kämpfer wird wie das Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan. (sda)

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