HSV-Krise spitzt sich zu: Torfestival im Kellerduell
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HSV-Krise spitzt sich zuTorfestival im Kellerduell

Der FC Bayern setzte sich mit einem 3:0-Sieg in Kaiserslautern an die Tabellenspitze der 1. Bundesliga. Das spannendste Spiel der 4. Runde bekamen aber die 51'289 Zuschauer in Hamburg zu sehen.

von
res
Stale Solbakken (weisses Hemd) jubelt, sein FC gewinnt mit 4:3 in Hamburg, bei Trainerkollege Oenning (mit verschränkte Armen) sitzt der Frust tief.

Stale Solbakken (weisses Hemd) jubelt, sein FC gewinnt mit 4:3 in Hamburg, bei Trainerkollege Oenning (mit verschränkte Armen) sitzt der Frust tief.

Beim Kellerduell zwischen dem Hamburger SV und dem 1. FC Köln winkte dem Gewinner der erste Sieg der noch jungen Saison, für den Verlierer hingegen drohte ein totaler Fehlstart. Vor über 50'000 Zuschauern wollten sich die Hamburger mit ihren Fans versöhnen, die 0:5-Klatsche bei den Bayern vor Wochenfrist sollte so schnell wie möglich aus den Köpfen raus. Aber auch der Gegner war gefordert, die Kölner wollten den verkorksten Saisonstart ebenfalls vergessen machen und ihrem neuen Coach Stale Solbakken den ersten Sieg seiner Amtszeit schenken.

Ständiger Führungswechsel

Das Spiel war keine zehn Minuten alt, als Mladen Petric (Ex-Basler und Ex-Hopper) einen grosszügig gepfiffenen Elmeter zum 1:0 verwandeln durfte. Ein perfekter Auftakt für den HSV. Doch die «Geissböcke» wurden mit diesem zweifelhaften Penalty gekitzelt, glichen knapp zehn Minuten später durch Chihi aus und drehten das Spiel kurz nach Wiederanpfiff mit dem 1:2 durch Novakovic. Die Welt des HSV war erneut aus den Fugen geraten, die nächste Pleite drohte. Der unter der Woche neu verpflichtete Rajkovic brachte die Hanseaten nach eine Stunde Spielzeit aber wieder zurück ins Spiel.

Es kam sogar noch besser, nur drei Minuten später schockte das 19-jährige südkoreanische Talent Heung Min Son die Gäste mit dem 3:2. Das Momentum hatte sich wieder gedreht. Aber dass der HSV nicht zufällig ganz unten in der Tabelle steht, bewies er eindrücklich in der Schlussphase des Spiels. Und dass Köln mit Stale Solbakken einen erstklassigen Trainer verpflichtet hat, drückte sich erstmals auch im Resultat aus. Der Norweger bewies ein gutes Händchen und wechselte mit Clemens und McKenna die Siegtorschützen ein. Erst wurde Clemens vergessen, der sich mit dem Ausgleich zum 3:3 bedankte, ehe McKenna in der 88. Minute eine ungenügende Abwehr von HSV-Keeper Drobny zum 3:4-Endstand nutzte.

Befreiungsschlag und Krisenstimmung

Für einmal geizten die Stürmer also nicht mit Toren, dem HSV gelangen in 90 Minuten gleich viele Treffer wie in den gesamten drei Runden zuvor - genützt hats nicht viel. Der FC machte es eben noch einen Tick besser als die Hanseaten. Die Kölner um ihren neuen Coach Stale Solbakken holten in der Hamburger Imtech Arena zum Befreiungsschlag aus und trafen gleich viermal ins Schwarze. «Das war kein Spiel für Trainer mit Herzschrittmacher», sagte Stale Solbakken nach der Partie. Der Kölner Trainer hatte 2001 seine aktive Karriere wegen eines Herzfehlers beenden müssen - und ist seither auf einen Herzschrittmacher angewiesen.

Mit der dritten Niederlage im vierten Spiel zieren die Hamburger, die seit der Gründung 1963 der Bundesliga angehören, mit nur einem Punkt und 14 Gegentoren das Tabellenende und dürfen getrost von einer Krise sprechen. Der Fehlstart des HSV ist perfekt und der Trainerstuhl von Hoffnungsträger Michael Oenning wackelt schon ziemlich heftig. Hamburg ist eben nicht gerade ein geduldiges Pflaster.

(res/si)

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