Aktualisiert 06.02.2008 21:05

Tornados verwüsten Süden der USA - 52 Tote

Durch mehr als 50 Tornados, Regen sowie Hagel sind im Süden der USA mindestens 52 Menschen ums Leben gekommen. Darunter befanden sich zwei Familien. Mehr als 150 Menschen wurden verletzt.

Bei den Stürmen am Dienstagabend und Mittwochmorgen wurden nach Angaben der örtlichen Behörden 28 Menschen im Bundesstaat Tennessee, 13 in Arkansas und vier Menschen in Alabama getötet. In Kentucky kamen nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde sieben Menschen ums Leben. Weitere Opfer wurden nicht ausgeschlossen.

In Tennessee, wo ein Tornado über die Stadt Memphis im Westen hinwegfegte und dann in Richtung Osten weiterzog, wurde der Notstand ausgerufen. Laut CNN waren Hunderttausende ohne Strom. Ein Einkaufszentrum in Memphis musste geräumt werden und wurde schwer beschädigt, die Lokalpresse berichtete von einem Toten und mehreren Verletzten.

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Stundenkilometern brachte ein Tornado auf dem Gelände der Universität von Jackson die Dächer von zwei Wohnheimen zum Einsturz, unter denen Studenten begruben wurden.

Unter Berufung auf Polizei und Spitäler berichtete die Lokalzeitung «Jackson Sun», fünf Schwerverletzte seien in die Notaufnahme eingeliefert worden. CNN zufolge gab es keine Toten, Spürhunde suchten nach weiteren Verschütteten. Der Vorlesungsbetrieb wurde auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Gas-Pumpwerk in Brand

Im 200 Kilometer nordöstlich von Jackson gelegenen Nashville brach nach dem Durchzug eines Tornados in einem Gas-Pumpwerk ein Feuer aus. Der Sprecher des Katastrophenschutzes von Tennessee, Donnie Smith, sagte der Online-Zeitung «eFlux», die Flammen würden bis zu 150 Meter hoch schlagen.

Die Brandursache sei noch unklar. Der Besitzer Columbia Gulf Transmission wollte das Pumpwerk, das Gas durch eine mehr als 6700 Kilometer lange Pipeline in vier Südstaaten leitet, dem Sender WTVF zufolge vorübergehend abschalten und das Gas abbrennen lassen.

Auch im Norden des US-Bundesstaats Mississippi richtete das Unwetter Schäden an. Die Winde waren teilweise so heftig, dass Lastwagen auf einer Autobahn umstürzten.

Unwetter beeinflusst Wahlen

In Arkansas und Tennessee, wo am Dienstag Vorwahlen für die Nominierung der Präsidentschaftskandidaten der beiden grossen Parteien stattfanden, mussten angesichts des schweren Sturms mehrere Wahllokale geschlossen werden.

Die demokratischen Bewerber Hillary Clinton und Barack Obama erinnerten in ihren Ansprachen an die Opfer des Sturms und versicherten den Angehörigen ihr Mitgefühl. Clinton, die in beiden Bundesstaaten siegte, sagte: «Wir möchten in unseren Gebeten an die Menschen in Arkansas und Tennessee denken.»

Obama sagte, er hoffe, dass die Betroffenen von den Regierungen der beiden Bundesstaaten schnellstmöglich die Hilfe bekommen, die sie benötigten. (sda)

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