Aktualisiert 06.07.2016 14:18

Neues VerkehrsregimeTorpedieren Walliseller das Dietliker Strassenprojekt?

Die Baumaschinen werden in der Dietliker Einkaufsmeile doch nicht dieses Jahr auffahren. Das Projekt zur Verflüssigung des Verkehrs wird verschoben – wegen Beschwerden.

von
rom
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Das Shopping- und Gewerbegebiet in Dietlikon: Täglich kommt es hier zu Staus. Nun wird der Verkehr mit verschiedenen baulichen Massnahmen in neue Bahnen gelenkt.

Das Shopping- und Gewerbegebiet in Dietlikon: Täglich kommt es hier zu Staus. Nun wird der Verkehr mit verschiedenen baulichen Massnahmen in neue Bahnen gelenkt.

Keystone/Steffen Schmidt
Ursprünglich gab es in diesem Gebiet vor allem Industrie- und Gewerbebetriebe ... mittlerweile überwiegen aber die Fach- und Supermärkte.

Ursprünglich gab es in diesem Gebiet vor allem Industrie- und Gewerbebetriebe ... mittlerweile überwiegen aber die Fach- und Supermärkte.

Keystone/Steffen Schmidt
... dazu zählt etwa ein rieisger Haustierfachmarkt.

... dazu zählt etwa ein rieisger Haustierfachmarkt.

Keystone/Gaetan Bally

Gegen das 24 Millionen Franken teure Projekt sind beim Zürcher Verwaltungsgericht sieben Beschwerden eingegangen Die Realisierung verzögere sich damit auf unbestimmte Zeit, wie die kantonale Baudirektion am Mittwoch mitteilte.

Die Verkehrssituation im südlichen Industrie- und Gewerbegebiet von Dietlikon ist seit längerer Zeit unbefriedigend: Die ÖV-Busse sind im Stau verspätet unterwegs und die Rückstaus tangieren die Ausfahrt der Autobahn A1 beim Brüttiseller Kreuz.

Geplant ist ein Kreisverkehrsystem

Das Projekt des Kantons Zürich und der Gemeinde Dietlikon sieht ein Kreisverkehrsystem vor: Der motorisierte Individualverkehr soll im Einbahnregime im Kreis geführt werden. Eine bisherige Gegenverkehrsspur wird als Busspur und Velostreifen genutzt.

Dank Anpassungen an Kreuzungen, Abbiegespuren und Lichtsignalanlagen könnten gemäss Baudirektion «die Grünzeiten besser ausgenutzt und die Kapazitäten gesteigert werden». Damit liesse sich der Verkehr verflüssigen, das Siedlungsgebiet entlasten und die Sicherheit erhöhen. Doch zuerst muss sich nun das Verwaltungsgericht mit dem Projekt auseinandersetzen.

Die Gemeinden schweigen

Gegen das Projekt waren 16 Einsprachen eingegangen – alle aus dem Gebiet Widenholzstrasse, das auf Walliseller Boden liegt. Die Anrainer dort müssten durch das Einbahnregime einen erheblichen Umweg in Kauf nehmen und wehren sich deshalb dagegen. In neun Fällen hiess der Regierungsrat die Einsprachen nur teils gut oder wies sie gar ab. Vermutlich stammen die Beschwerdenführer nun ebenfalls aus diesem Gebiet. Darunter soll offenbar auch die Gemeinde Wallisellen sein. Auf Anfrage sagt Gemeindeschreiber-Stv Guido Egli jedoch lediglich, er dürfe sich zu einem laufenden Verfahren nicht äussern.

Auch Edith Zuber, Gemeindepräsidentin von Dietlikon (SVP), hüllt sich bezüglich der Beschwerden in Schweigen und verweist auf das laufende Verfahren. Nur soviel: «Der Gemeinderat bedauert es sehr, dass sich das in der Dietliker Bevölkerung breit abgestützte Projekt verzögert.» (rom/sda)

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