Big Brother: Torrichter in der Super League?
Aktualisiert

Big BrotherTorrichter in der Super League?

Vergangenes Wochenende gabs im Schweizer Fussball mehrere Fehlentscheide der Schiedsrichter. Solche könnten in Zukunft von einem Torrichter rückgängig gemacht werden. Der Ruf nach solchen «Kontroll-Augen» wird immer lauter und die FIFA hat sich damit schon befasst.

von
Herbie Egli

Bei verschiedenen Turnieren der U19-Nationalmannschaften testete die FIFA den Torrichter. Es waren letztendlich vier Augen mehr; zwei auf jeder Seite hinter der Torauslinie. Ähnlich wie beim Eishockey also.

«Es ist nicht sicher, dass wir mehr Klarheit erreichen»

Der Schweizer Schiedsrichter-Boss Urs Meier steht dieser Veränderung verhalten, aber nicht ablehnend gegenüber: «Es ist nicht sicher, dass wir durch die zusätzlichen Schiedsrichter mehr Klarheit erreichen. Das hängt immer auch von der Qualität der Person ab, welche diese Funktion ausübt», so Meier. Ende Februar werde der Board der FIFA entscheiden, ob die Idee weitergeführt wird.

Meier: «Man müsste nun aber von den U19-Junioren zu den Aktiven kommen, wo der Druck und das Tempo höher sind. Nur so erkennt man, ob es wirklich etwas bringt». Klar ist aber auch, dass bei höherem Tempo auch die Bedeutung eines Torrichters grösser werden würde.

Torrichter hätte geholfen

Die Frage, die sich nun stellt, liegt auf der Hand. Kann ein Torrichter eine effektive Hilfe sein? Schliesslich müsste dieser ja in der Verlängerung der Torlinie sitzen, um eine echte Entscheidung «Tor oder nicht Tor» treffen zu können. Der Spieltag vom vergangenen Wochenende zeigt aber auf, wie wirkungsvoll ein Torrichter sein kann.

Fall Leoni

Viel diskutiert war der 2:2-Ausgleich im Zürcher Derby, als Leoni den Ball hielt. Ein Finger am Ball genügt schon, um den Ball regeltechnisch «zu halten». Schiri Rogalla sah erst im TV, dass er daneben lag, weil er beim Konter zu weit weg stand. Ein Torrichter hätte helfen können.

Penalty-Streit im Stade de Suisse

Hektisch ging es auch beim Match YB-Basel zu und her. In der ersten Hälfte kam Huggel mit seinen langen Beinen gegen Regazzoni zu spät. Doch Ref Bertolini beurteilte diese Szene falsch, ebenso wie das Zurückhalten von Portillo gegen Streller. Ausgleichende Ungerechtigkeit. Aber den Kopfstoss von Abraham gegen Schwegler hätte ein Torrichter sehen müssen. Drei gravierende Fehler von Bertolini beeinflussten den Match entscheidend. Zumindest kann nun gegen Abraham noch ein Verfahren anhand der TV-Bilder eingeleitet werden, weil weder der Schiedsrichter noch der Assistent etwas vom Vergehen sah.

Luzerner Schiri-Glück

Auch Neuchâtel Xamax hatte Pech mit dem Schiedsrichter. Claudio Circhetta gab ein Kopfballtreffer der Romands aus unerklärlichen Gründen nicht und nur er weiss wohl, warum. Es wäre die 3:2-Führung gewesen, gegen ein zu diesem Zeitpunkt klar unterlegenes Luzern.

Strittige Corner-Entscheide

Auch Entscheidungen, ob der Goalie oder ein Abwehrspieler einen Schuss noch abgefälscht haben oder nicht, liesse sich aus der Position hinter dem Tor hervorragend beurteilen. Besser jedenfalls als von schräg seitlich neben dem Strafraum - der technisch richtigen Position des Schiedsrichters.

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