Kurioser Schiri-Entscheid: Torschütze «erschossen» und Rot gesehen
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Kurioser Schiri-EntscheidTorschütze «erschossen» und Rot gesehen

Beim Torjubel «erschiesst» Fidel Martinez Teamkollege und Skorer Dubier Riascos. Dafür erhält der Ecuadorianer in Diensten des mexikanischen Leaders Tijuana die Rote Karte - vorerst zumindest.

von
mon

Beim Torjubel «erschiesst» Fidel Martinez Teamkollege und Skorer Dubier Riascos. Dafür sieht der Ecuadorianer Rot. (Video: YouTube/<a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=KzutrIpWfwQ" target="_blank">Futbol Sapiens</a>).

Ungewöhnliche Torjubel gehören im Fussball zum guten Ton. Spätestens seit den Isländern von Stjarnan sind Angler-, Velo- oder Toiletten-Jubel weltbekannt und manch ein Kicker versucht, die lustigen Nordlichter noch zu toppen.

So wollten sich auch Fidel Martinez und Dubier Riascos vom mexikanischen Erstligisten Tijuana besonders einfallsreich zeigen. Als Letzterer im Spitzenkampf gegen Deportivo Toluca das siegbringende 1:0 erzielte, «erschoss» Martinez den Torschützen im Überschwang der Gefühle mit zwei Fingerpistolen. Skorer Riascos sank daraufhin theatralisch zu Boden.

Der Ruder-Jubel

Rot wegen Gewaltverherrlichung

Die Teamkollegen und das Publikum hatten ihren Spass an der Aktion. Doch einer fand das Ganze gar nicht lustig: der Schiedsrichter. Dieser zückte umgehend die Rote Karte und stellte «Mörder» Martinez vom Platz. Der Grund: Gewaltverherrlichende Jubel sind in Mexiko, einem Land mit jährlich mehr als 15 000 Morden, alles andere als gern gesehen.

Handgranaten-Jubel

Der Täter wurde also plötzlich zum Opfer. Und dieses konnte die Welt nicht mehr verstehen. Martinez applaudierte nach dem Entscheid des Referees ungläubig und animierte das Publikum, ehe er sich auf den Weg in die Katakomben machte. Doch soweit kam es dann doch nicht. Denn der Unparteiische schien sich seiner Sache plötzlich nicht mehr so sicher zu sein und wandelte den Platzverweis in eine Verwarnung um. Gelb statt Rot also – und Martinez durfte die Partie mit dem mexikanischen Leader zu Ende spielen.

Stjarnans Toiletten-Jubel

Keine Sanktionen geplant

Auch weitere Folgen hat der 22-Jährige keine zu befürchten. Die Disziplinarkomission hat Medienberichten zufolge entschieden, dass Martinez für seinen Torjubel nicht sanktioniert wird. Es gebe keine entsprechende Regelung, so Eugenio Rivas, Präsident der Kommission. «Wir können in diesem Fall nicht handeln. Aber wir können dem Klub empfehlen, etwas zu unternehmen, und allenfalls die Reglemente ändern, um in künftigen Fällen eingreifen zu können.»

Der Schwimmer-Jubel
Der Bob-Jubel von Stjarnan

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