Geldsorgen: Total will Teile von BP kaufen

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GeldsorgenTotal will Teile von BP kaufen

BP braucht dringend Geld. Die Ölkatastrophe kommt den britischen Ölgigant derart teuer zu stehen, dass Firmenteile veräussern werden müssen. Interesse zeigt die französische Total.

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sas/scc

Bald muss BP 20 Milliarden Dollar in einen Entschädigungsfonds für Ölpest-Opfer bezahlen. Zudem braucht der Konzern weiteres Geld, um die Kosten für die Küstenreinigung und zum Stopfen des Bohrlochs zu begleichen. Die Ausgaben steigen täglich an, denn noch immer ist es dem Konzern nicht gelungen, das auslaufende Öl zu stoppen

Die ersten fünf Wochen des Bohrinselunglücks haben BP laut eigenen Angaben eine Milliarde Dollar gekostet – und täglich fallen derzeit weitere Kosten von 100 Millionen Dollar an. BP musste sich kürzlich bei grossen Finanzinstituten 20 Milliarden Dollar besorgen und will nächstens für weitere 5 Milliarden Kredite aufnehmen. Die Bedingungen haben sich aber zu Ungunsten des Konzerns verändert. Die Zinsen werden laufend höher.

Die Konkurrenz lauert

Soversucht BP über den Verkauf von Firmenteilen und Beteiligungen an weitere 10 Milliarden Dollar zu kommen. Der französische Konzern Total hat Interesse an Bereichen seines Konkurrenten geäussert. Man müsse Zukäufe prüfen «Wir wollen aber nicht die Ersten sein, die aus der Notlage von BP einen Vorteil ziehen», sagte Total-Boss Christophe de Margerie dem «Wall Street Journal». Interessiert sind die Franzosen vor allem an BP-Anteil an der argentinischen Gesellschaft Pan America. Ein Auge auf Pan America geworfen hat aber auch der die staatliche chinesische Ölkonzern CNOOC.

Wird Total, die weltweite Nummer drei, den BP Konzern bald gleich vollständig kaufen? Seit dem Untergang der Bohrinsel Deepwater Horizon vor rund zehn Wochen hat sich der Börsenwert des ehemaligen Giganten um die Hälfte verringert und beträgt noch 74,3 Milliarden Euro. Total ist dagegen mit einem Börsenwert von 84,7 rund 10 Milliarden Dollar wertvoller.t.

Hunderte Milliarden Schaden

Trotz des erodierenden BP-Firmenwerts dürfte die Konkurrenz laut Experten mit einer Übernahme zögern, denn niemand kann vorhersagen, wie viel Geld BP wegen der Katastrophe noch zahlen muss. So sagte ein Sprecher der US-Regierung, der BP angelastete Schaden könne zig Milliarden Dollar, wenn nicht Hunderte von Milliarden betragen. Präsident l Obama will das Geld unbedingt eintreiben.

Würde sich trotz des grossen Risikos ein Käufer finden, stehen noch kartellrechtliche Hürden im Weg: Beobachter gehen davon aus, dass Grossbitannien wenig begeistert wäre, fall sich die Chinesen oder die Franzosen BP einverleiben wollten. Obwohl BP kein Staatskonzern mehr ist, hat er für die Briten enorme Bedeutung. Fast die Hälfte der Aktionäre stammt aus Grossbritannien und viele Pensionsfonds sind kräftig investiert. Denn der Konzern galt einst als krisensicher. Das ist aber Geschichte:. Beim irischen Wettanbieter paddypower konnte man bereits auf den Pleite von BP Wetten: Die Quote 4:1 – Zum Vergleich: Glaubt man am 31. Dezember 2010 sei statt Tony Hayward Tony Blair BP-Chef liegt die Quote bei 100 : 1.

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