Aktualisiert 14.07.2012 13:39

Afghanistan-KriseTote bei Anschlag auf Hochzeitsfeier

Im Norden Afghanistans hat ein Selbstmordattentäter bei einem Anschlag auf eine Hochzeitsfeier mindestens 20 Menschen mit in den Tod gerissen. Mehr als 40 wurden verletzt.

Trauriges Ende einer Hochzeit im Norden von Afghanistan.

Trauriges Ende einer Hochzeit im Norden von Afghanistan.

Es ist einer der schlimmsten Anschläge der letzten Monate. Unter den Toten befanden sich auch mehrere ranghohe Beamte und Politiker.

Ein Polizeisprecher sagte am Samstag in der Provinzhauptstadt Aybek, zu den Opfern gehöre der Provinzchef des Geheimdienstes. Zudem starb der bekannte Feldkommandeur und Parlamentsabgeordnete Ahmed Chan Samangani. Der im Norden Afghanistans einflussreiche Politiker gilt als enger Verbündeter von Präsident Hamid Karsai.

Anschlag in einer eigentlich ruhigen Gegend

Nach Angaben des Polizeisprechers betrat der Attentäter die Lobby eines Hotels, in dem die Tochter von Samangani gerade heiratete. Er habe seinen Sprengstoffgürtel gezündet, als er Samangani umarmte.

Der Anschlag ist einer der schwersten in den letzten Monaten. Die Provinz Samangan gilt, verglichen mit anderen Landesteilen in denen die radikalislamischen Taliban gegen die afghanischen und ausländischen Truppen kämpfen, eigentlich als eher ruhige Gegend.

Taliban wollen nichts damit zu tun haben

Die Taliban wiesen jegliche Verantwortung für den Anschlag zurück. Nach ihrer Darstellung sollen persönliche Feinde des Politikers hinter der Tat stecken. Samangani sei ein Befehlshaber der Mudschaheddin gewesen. «Er war berüchtigt und es gibt viele, die mit ihm Probleme haben könnten», sagte Taliban-Sprecher Sabihulla Mudschahid.

Als Kommandant der Mudschaheddin kämpfte Samangani in den 1980er Jahren gegen sowjetische Truppen und gegen die Taliban während ihrer Herrschaft von 1996 bis 2001.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.