Aktualisiert 21.10.2016 17:27

Während RettungsaktionTote durch Angriff auf Flüchtlingsboot

Mit Knüppeln haben Angreifer vor der Küste Libyens auf Flüchtlinge eingeschlagen. Eine deutsche Hilfsorganisation war dabei, die Menschen zu retten.

von
ij
Rettungsaktion im Mittelmeer: Die Hilfsorganisation konnte 120 Menschen von einem überfüllten Gummiboot retten. (Archivbild)

Rettungsaktion im Mittelmeer: Die Hilfsorganisation konnte 120 Menschen von einem überfüllten Gummiboot retten. (Archivbild)

AFP/Aris Messinis

Bei einem bewaffneten Angriff auf ein Flüchtlingsboot vor der Küste Libyens sind nach Angaben einer deutschen Hilfsorganisation mindestens vier Menschen getötet worden. 15 weitere würden noch vermisst, teilte die Organisation Sea-Watch in Rom mit.

Demnach kamen die Angreifer auf einem Schiff mit Abzeichen der libyschen Küstenwache in der Nacht zum Freitag zu dem Flüchtlingsboot, von dem die Helfer gerade versuchten, Flüchtlinge zu retten. Sie schlugen mit Knüppeln auf die Flüchtlinge ein, daraufhin seien viele Flüchtlinge ins Wasser gestürzt und ertrunken.

Italienische Küstenwache forderte Hilfe an

Das deutsche Rettungsschiff Sea-Watch 2 einer privaten Hilfsinitiative war demnach von der italienischen Küstenwache zu Hilfe gerufen worden.

Es ging nach Angaben von Sea-Watch um ein völlig überladenes Schlauchboot mit etwa 150 Flüchtlingen an Bord, das sich rund 14 Seemeilen vor der libyschen Küste in internationalen Gewässern befunden habe. Ein von der Küstenwache umgeleiteter Öltanker habe die Rettungsaktion abgesichert.

Eine Karte zeigt, wo sich das Rettungsschiff Sea-Watch 2 aktuell befindet.

Die Mannschaft von Sea-Watch habe begonnen, Schwimmwesten an die Flüchtlinge auszugeben, berichtete der Sprecher der Organisation weiter. Doch dann seien die nervös wirkenden Männer auf einem Schiff mit Zeichen der libyschen Küstenwache aufgetaucht, die nur Arabisch gesprochen und versucht hätten, den Motor des Flüchtlingsbootes zu stehlen.

Menschen stürzten ins Wasser

Mit Knüppeln hätten sie auf die Flüchtlinge eingeschlagen, einige von ihnen seien an Bord des Schlauchbootes gegangen und daraufhin sei Panik unter den Flüchtlingen ausgebrochen. Die meisten Flüchtlinge seien daraufhin ins Wasser gestürzt.

Den Angaben zufolge konnte die Sea-Watch-Mannschaft 120 Flüchtlinge retten, vier Menschen konnten nur noch tot geborgen werden. Allerdings sahen die Helfer nach eigenen Angaben noch zwischen 15 und 25 Körper im Wasser, die sie nicht an Bord holen konnten.

Die italienische Küstenwache bestätigte gegenüber AFP die Rettung von 120 Flüchtlingen in der Nacht durch das Schiff Sea-Watch 2. Über die Umstände konnte die italienische Küstenwache keine Auskunft geben. (ij/afp)

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