Aktualisiert 06.01.2020 06:43

Kunst in Luzern

Tote Korallen für den Gletschergarten

Beim Löwendenkmal in Luzern wollen Künstler ein totes Korallenriff versenken, um auf die Klimaerwärmung aufmerksam zu machen.

von
dag

Im Frühling wird direkt neben dem Gletschergarten in Luzern beim Löwendenkmal ein totes, künstliches Korallenriff im Teich eingebaut. Hergestellt werden die rund 200 Korallen aus Keramik von einem Künstlerkollektiv, das sich «Biotop der Relevanz» nennt. Dabei können die Künstler auf tatkräftige Unterstützung durch die PH Luzern zählen.

Mit der Platzierung vor dem Gletschergarten, so das Konzept, sollen zwei Ökosysteme zusammengebracht werden, die gleichermassen von der Klimaerwärmung betroffen sind: die Gletscher und die Korallenriffe. Während man in der Schweiz vom Rückgang der Gletscher direkt betroffen sei, würden die Korallen weit weg von hier absterben.

Künstlerkollektiv benötigt noch Geld

«Wir bringen zusammen, was zusammengehört und visualisieren, was visualisiert werden muss. Wir stellen unsere Mitverantwortung an der Katastrophe lokal dar», sagt Projektkoordinator Fabian Takacs (28). Damit das Projekt realisiert werden kann, sucht das Kollektiv noch Geld. Benötigt werden rund 30'000 Franken, die via Crowd-Funding aufgetrieben werden sollen.

Bis am Sonntag waren etwas über 6'500 Franken gesprochen. Um die restlichen 23'500 Franken aufzutreiben, verbleiben noch zwölf Tage. Takacs: «Das meiste Geld benötigen wir für die Materialkosten und die Herstellung der Korallen. Ein Teil des Geldes soll aber auch für die investierten Arbeitsstunden ausserhalb des Künstlerkollektivs verwendet werden.»

Kinder besonders erwünscht

Obwohl die Ausstellung beim Löwendenkmal von März bis April geplant war, soll sie nun von Mitte April bis Mitte Mai stattfinden. «In der Nacht sollen die Porzellanstrukturen wunderschön leuchten dank fluoreszierender Glasur», so Takacs weiter. Damit solle «der Hilferuf der weiss gewordenen Koralle wiederspiegelt werden», den sie kurz vor ihrem Tod aussende.

Neben der Installation im Teich des Löwendenkmals sind auch Veranstaltungen geplant. Takacs schweben neben Vernissage und Finissage etwa auch musikalische oder künstlerische Darbietungen vor: Geplant sind auch Ausstellungsstelen, die in verschiedenen Sprachen auf den Klimakollaps aufmerksam machen.

Als Zielpulikum der Ausstellung wünscht sich Takacs Einheimische wie auch Gäste und Touristen. Geplant sei auch, dass vor Ort Interviews und Filme mit Besuchern aufgezeichnet werden. «Besonders am Herzen liegen mir Kinder und Jugendliche, die sich mit der Ausstellung auseinandersetzen», sagt Takacs. Denn dieser Gruppe würde es gar nicht auffallen, dass das Ökosystem am kollabieren sei, weil sie in eine kaputte Welt hineingeboren würden und den gesunden Zustand gar nicht kennen würden. Takacs, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni St. Gallen arbeitet, sagt: «Sterben aber die Korallen ab, werden auch Fische und Meerestiere aussterben und am Ende der Kettenreaktion werden die Menschen betroffen sein.»

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