Aktualisiert 19.10.2019 15:26

Expertenrat

Tote nach E-Zigi – das sollten Vaper beachten

E-Zigis gelten als weniger schädlich als Zigaretten. Doch Tote in den USA werfen Fragen über die Sicherheit auf. Das raten Experten.

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57 Tote und über 2000 schwer lungenkranke Personen bereiten der US-Gesundheitsbehörde CDC Sorgen: Was hat ihrer Gesundheit so stark zugesetzt? Und: War wirklich der Konsum von E-Zigaretten dafür verantwortlich? Einige Antworten darauf scheinen nun gefunden.

57 Tote und über 2000 schwer lungenkranke Personen bereiten der US-Gesundheitsbehörde CDC Sorgen: Was hat ihrer Gesundheit so stark zugesetzt? Und: War wirklich der Konsum von E-Zigaretten dafür verantwortlich? Einige Antworten darauf scheinen nun gefunden.

iStock/vm
Es gebe «direkte Belege» dafür, dass ein aus Vitamin E gewonnenes und gewissen E-Zigi-Liquids beigemischtes Öl – sogenanntes Vitamin-E-Acetat (Tocopherylacetat) – die Gesundheitsbeschwerden hervorgerufen habe, so Anne Schuchat, stellvertretende Direktorin der CDC, in einer Mitteilung.

Es gebe «direkte Belege» dafür, dass ein aus Vitamin E gewonnenes und gewissen E-Zigi-Liquids beigemischtes Öl – sogenanntes Vitamin-E-Acetat (Tocopherylacetat) – die Gesundheitsbeschwerden hervorgerufen habe, so Anne Schuchat, stellvertretende Direktorin der CDC, in einer Mitteilung.

AP/Andrew Harnik
Schon früh hatte sich abgezeichnet, dass der Verursacher der schweren Lungenschäden in Liquids stecken könnte, die nicht aus dem regulären Handel stammen. Im September 2019 war der Verdacht auf Vitamin E gefallen, das in THC-haltigen Liquids nachgewiesen wurde. (Im Bild: aus dem Verkehr gezogene Schwarzmarkt-Liquids)

Schon früh hatte sich abgezeichnet, dass der Verursacher der schweren Lungenschäden in Liquids stecken könnte, die nicht aus dem regulären Handel stammen. Im September 2019 war der Verdacht auf Vitamin E gefallen, das in THC-haltigen Liquids nachgewiesen wurde. (Im Bild: aus dem Verkehr gezogene Schwarzmarkt-Liquids)

Keystone/AP/Northwest Metro Drug Task Force/Minnesota Departments of Public Safety

Dampfer sollten darauf verzichten, das Gemisch für ihre E-Zigaretten selbst herzustellen. Das teilt das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit, nachdem gehäuft schwere Lungenerkrankungen bei Vapern in den USA auftraten.

So bestehe beim Selbstmischen etwa die Gefahr, dass Mineral- und Pflanzenöle verwendet werden. Dabei sollten Öle unter keinen Umständen in Liquids enthalten sein. Unter anderem weil sie bei Inhalation zu schweren Atemwegserkrankungen führen. Ebenfalls gemieden werden sollten E-Zigaretten und Liquids unklarer Herkunft und Zusammensetzung.

Konsumenten von E-Zigaretten in unseren Breitengraden drohten nach aktuellem Kenntnisstand keine erhöhten Risiken, sofern sie Produkte verwenden, die europäischen und deutschen Regelungen entsprechen, so BfR-Präsident Andreas Hensel. «Dennoch sollten E-Zigi-Konsumenten auf Symptome wie Atembeschwerden oder Schmerzen im Brustbereich achten, besonders nach einem Produktwechsel.»

Nikotinfreie Liquids nicht unbedingt besser

In der E-Zigarette wird eine Flüssigkeit erhitzt, sodass sie verdampft und eingeatmet werden kann. Bei bestimmungsgemässem Gebrauch seien E-Zigaretten nach heutigem Wissen weniger gesundheitsgefährdend als konventionelle Tabakerzeugnisse, heisst es in der Mitteilung. Unzureichend untersuchte Inhaltsstoffe, Verunreinigungen oder neue Liquid- und Verdampferprodukte können jedoch die gesundheitlichen Risiken erhöhen.

Bei leistungsstarken Sub-Ohm-Modellen (Verdampfer der E-Zigi hat einen Widerstand von unter einem Ohm) gelangen zudem grosse Mengen des Dampfes direkt in die Lunge. Wie sich das auswirkt, ist noch gemäss dem BfR weitgehend unerforscht.

Problematisch können auch nikotinfreie Liquids sein. Sie fallen nicht unter das Tabakrecht und müssen daher keine tabakrechtlichen Bestimmungen einhalten, wie die Verwendungsverbote für gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe und die geltenden Meldepflichten. Bei Meldungen und Nachfragen an die Giftinformationszentren sind häufig selbst gemischte E-Liquids die Ursache.

Detaillierte Aufklärung von US-Fällen

In den USA wurden innerhalb kurzer Zeit eine Reihe schwerer Lungenerkrankungen mit Atemnot, Husten und Brustschmerzen gemeldet. Es wurde über Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen aber auch Todesfälle berichtet. Die betroffenen Nutzer sind laut einer Studie im Fachblatt «New England Journal of Medicine» im Mittel 19 Jahre alt.

Sie verwendeten zum überwiegenden Teil Cannabis-Produkte, die nicht aus dem regulären Handel stammten. Welche Substanz oder welche Faktoren die Lungenleiden auslösten, ist noch ungeklärt.

Dass die Probleme innerhalb eines kurzen Zeitraums auftraten und vor allem junge Menschen betroffen sind, spricht aus Sicht des BfR dafür, dass eher ein begrenztes Problem vorliegt. Eine detaillierte Aufklärung der Ursachen des Geschehens in den USA ist notwendig, um weitere Empfehlungen geben zu können.

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E-Zigaretten gelten als weniger schädlich als klassische Zigaretten. Harmlos sind sie dennoch nicht.

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Thalia Engel
So haben Studien gezeigt, dass beim Verdampfen unter anderem freie Radikale und potenziell schädliche Chemikalien entstehen, die Entzündungen der Schleimhäute fördern und die DNA-Reparatur in den Zellen hemmen können. Derart erhöht sich auch das Krebsrisiko.

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iStock/Sestovic
Eine Arbeit von Stanford-Forschern zeigt nun, dass auch die Auswahl des Aromas einen Einfluss auf die Gesundheit hat. Konkret wird die Ausschüttung von Entzündungsmarkern in den Zellen erhöht und das Zellwachstum beeinträchtigt, was zum Zelltod führen kann.

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iStock/Librakv

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